Pulsfrequenz: Tachykardie und Bradykardie
Im Fall übenHerr Al-Khatib — der Morgen nach der OPBeurteilen des Pulses
Wie schnell das Herz schlägt, hängt vom Alter ab. Normale Pulsfrequenzen in Schlägen pro Minute:
- 140–160 bei Frühgeborenen, vor der 37. SSW geboren
- 120–140 bei Neugeborenen bis 4 Wochen
- 110–130 bei Säuglingen im ersten Lebensjahr
- 100–120 bei Kleinkindern von 1 bis 6 Jahren
- 80–110 bei Schulkindern von 7 bis 12 Jahren
- 60–80 bei Jugendlichen von 13 bis 18 und bei Erwachsenen von 19 bis 64 Jahren
- 80–90 bei Menschen über 64 Jahre
Weitere Faktoren beeinflussen die Pulsfrequenz. Frauen haben einen etwas schnelleren Puls als Männer. Das Herz schlägt langsamer, wenn der Mensch schläft, und schneller, wenn er sich bewegt. Sportlich aktive Menschen haben einen niedrigeren Ruhepuls. Auch der Zustand von Herz und Gefäßen wirkt sich aus.
Nicht jede Abweichung ist krankhaft. Du solltest deshalb immer auch den Menschen beobachten und nach seinem Befinden fragen. Und den Wert solltest du immer mit den vorherigen Werten vergleichen, denn auch eine Veränderung kann ein Warnzeichen sein. Eine Abweichung ist ein Warnzeichen, wenn
- es dem Menschen dabei nicht gut geht,
- sie neu ist und du keine harmlose Ursache erkennst oder
- auch andere Vitalparameter nicht im Normbereich liegen.
Fällt dir der Puls auf, solltest du deshalb immer auch Blutdruck, Atemfrequenz und Temperatur messen, wenn möglich auch die Sauerstoffsättigung. Hat der Mensch außerdem Luftnot oder Zeichen eines Schocks, rufst du sofort weitere Hilfe und verständigst einen Arzt.
Bei Kindern liegen die Grenzen anders. Eine Bradykardie beginnt unter dem unteren Normwert der jeweiligen Altersgruppe. Bei Kleinkindern gilt erst eine Frequenz über 130/min als Tachykardie. Ein Puls von 170/min kann bei Neugeborenen sogar noch normal sein.
Bei Hirnerkrankungen und Hirnverletzungen ist eine Bradykardie ein Alarmzeichen.
Ein unregelmäßiger Puls heißt Arrhythmie. Tritt sie neu auf, solltest du eine Ärztin informieren. Einen unregelmäßigen Puls haben manche Menschen über Jahre, ohne es zu merken. Misst du einen unregelmäßigen Puls mit normaler Frequenz und hat der Mensch keine Beschwerden, fragst du nach: Ist bei ihm eine Herzrhythmusstörung bekannt? Dann dokumentierst du den Befund, das reicht.
Bei Erwachsenen sind 60–80 Schläge pro Minute normal. Unter 60 heißt Bradykardie, über 100 Tachykardie. Liegt der Puls unter 45/min, informierst du sofort einen Arzt. Ob eine Abweichung ein Warnzeichen ist, siehst du am Befinden, an den Vorwerten und an den übrigen Vitalparametern.
Teste dich selbst
Herr P., 80, hat einen Puls von 52/min, so wie an den Tagen davor, und fühlt sich wohl. Musst du den Arzt informieren?
Nein. Manche älteren Menschen haben einen verlangsamten Ruhepuls, ohne dass das einen Krankheitswert hat. Der Wert weicht nicht von den Vorwerten ab, und er hat keine Beschwerden.: sofort den Arzt: Puls unter 45/min; Warnzeichen: dem Menschen geht es nicht gut, die Abweichung ist neu ohne harmlose Ursache, oder weitere Vitalparameter sind auffällig
Ab welchem Puls heißt es bei Erwachsenen Bradykardie und Tachykardie, und wann informierst du sofort einen Arzt?
Bei Erwachsenen sind 60–80 Schläge pro Minute normal. Unter 60 heißt Bradykardie, über 100 Tachykardie. Liegt der Puls unter 45/min, informierst du sofort einen Arzt. Ob eine Abweichung ein Warnzeichen ist, siehst du am Befinden, an den Vorwerten und an den übrigen Vitalparametern.