Essen ablehnen und Sterbephase
Vakada çalışHerr Aydın — wenn es über den Mund nicht reicht: Sonde, Beobachtung, BilanzAblehnung, Nahrungskarenz, Sterbephase
Ablehnung hat einen Grund: Wenn ein Mensch die Nahrung verweigert, hat das immer einen Grund. Versuche ihn herauszufinden, damit du passend handeln kannst. Oft ist es ratsam, die Angehörigen einzubeziehen. Von ihnen bekommst du wertvolle Hinweise auf Lieblingsspeisen und Gewohnheiten. Manche Menschen, besonders Kinder, essen lieber, wenn ihre Familie dabei ist. Unterscheide auch hier, ob der Mensch nicht essen kann oder nicht essen will. Gesunde Säuglinge haben in aller Regel Hunger, wenn eine Mahlzeit ansteht. Wenn ein Säugling mehr als eine Mahlzeit ablehnt, nimmst du das immer ernst. Dasselbe gilt, wenn er mehrere Mahlzeiten lang schlecht trinkt, also langsam und nur geringe Mengen. Es kann auf eine Erkrankung hinweisen, zum Beispiel auf eine Infektion. Bulimie und Anorexia nervosa sind schwere psychosomatische Essstörungen. Bei ihnen steht für den Menschen im Zentrum, Gewicht abzunehmen oder sein stark erniedrigtes Körpergewicht zu halten. Dafür verweigert er die Nahrung, führt häufig Erbrechen herbei und missbraucht Abführmittel (Laxanzien) und Diuretika. Der Gewichtsverlust hat körperliche Folgen, zum Beispiel eine erniedrigte Körpertemperatur, Bradykardie und Hypotonie. Zum Teil sind diese Zustände lebensbedrohlich.
Selbstbestimmung: Im Krankenhaus oder Heim entsprechen Essenszeiten und Zubereitung oft nicht den Gewohnheiten des Menschen. Tischnachbarn und Umgebung sind fremd, oft auch die Esshaltung, zum Beispiel im Bett. Der Mensch muss deshalb seinen Lebensrhythmus umstellen, und seine Selbstbestimmung ist eingeschränkt. Wenn die Ernährungssituation erfasst wird, werden Autonomie und Selbstbestimmung berücksichtigt.
Nahrungskarenz: Manchmal darf ein Mensch nicht essen und trinken, am häufigsten weil eine Operation oder Untersuchung ansteht. Nüchterne Menschen haben oft starken Hunger und Durst. Mund, Zunge und Lippen sind trocken. Deshalb sagst du ihnen immer, warum und wie lange sie nüchtern bleiben müssen. So können sie den Zustand besser aushalten. Nüchterne Menschen gehen zuerst zur Untersuchung, und ihre Mahlzeit wird aufbewahrt. Mundpflege ist meist erlaubt. Am Operationstag ist nur Mundspülen mit klarem Wasser erlaubt, keine Zitronenstäbchen und kein Kaugummi. Säuglinge, die vor einer Operation nüchtern bleiben müssen, lassen sich oft sehr schwer beruhigen. Deshalb bekommen sie in der Nacht davor oft noch eine zusätzliche Still- oder Flaschenmahlzeit. Sie kommen möglichst früh in den OP-Plan und bekommen eventuell eine Infusion. Der Körperkontakt zur Bezugsperson kann einen hungrigen Säugling beruhigen. Deshalb ist gerade bei nüchternen Säuglingen wichtig, dass die Bezugsperson mit aufgenommen wird. Nach Operationen am Bauch soll eine Nahrungskarenz den Darm oder die Nähte entlasten. Bei Magen-Darm-Erkrankungen wie Morbus Crohn und Pankreatitis soll sie den Darm entlasten. Dann bietest du häufig Mundpflege an und achtest auf Soor- und Parotitisprophylaxe. Eventuell bekommt der Mensch eine parenterale Ernährung.
Sterbephase: In den letzten Lebenswochen steht das Wohlbefinden im Mittelpunkt. Den Nährstoffbedarf zu decken, ist weniger wichtig. Statt enteraler Ernährung sollen Menschen in der Sterbephase Komfortnahrung bekommen. Wichtig ist:
- herausfinden, ob Essen für den sterbenden Menschen wirklich wichtig ist oder ob Interventionen besser ruhen sollten
- die Zeiten der enteralen Nahrungsaufnahme auf andere Aktivitäten abstimmen
- kleinere Mengen sichtbar auf einem kleinen Teller servieren, damit es nicht überfordert. Das geht zum Beispiel in kleinen Schälchen, als Zwischenmahlzeit oder im Buffet-Stil.
- ihn dabei unterstützen, eine genussvolle Beziehung zum Essen aufzubauen
- dem Bedürfnis nach Ruhe und Passivität oberste Priorität geben. Auf das Wiegen kann verzichtet werden. Festgelegte Trinkmengen können neu bestimmt werden.
Wenn ein Mensch in der Terminalphase einer Erkrankung ist und kein Durstgefühl äußert, sollte ihm keine Flüssigkeit künstlich zugeführt werden. Abgeraten wird von einer parenteralen Flüssigkeitsgabe, denn sie verstärkt das „Todesrasseln“. In der Sterbephase belastet dieses Rasseln alle Beteiligten erheblich. Trockene Schleimhäute lassen sich mit einer minimalen Flüssigkeitszufuhr über den Mund lindern, wenn er es wünscht.
Wenn ein Mensch Essen ablehnt, hat das immer einen Grund. Den suchst du, oft gemeinsam mit den Angehörigen. In der Sterbephase zählt das Wohlbefinden mehr als der Nährstoffbedarf. Wenn ein Mensch in der Terminalphase kein Durstgefühl äußert, sollte ihm keine Flüssigkeit künstlich zugeführt werden. Eine parenterale Flüssigkeitsgabe verstärkt das Todesrasseln.
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Worauf achtest du bei der Ernährung in der Sterbephase?
Wohlbefinden vor Nährstoffbedarf, Komfortnahrung statt enteraler Ernährung; klären, ob Essen für den Menschen wirklich wichtig ist; kleine Mengen auf kleinem Teller, genussvolles Essen unterstützen; Ruhe hat Vorrang, Wiegen kann entfallen; äußert er in der Terminalphase kein Durstgefühl, sollte ihm keine Flüssigkeit künstlich zugeführt werden; abgeraten wird von parenteraler Gabe, weil sie das Todesrasseln verstärkt; trockene Schleimhäute: minimale Flüssigkeit über den Mund, auf Wunsch
Warum bekommt ein Mensch in der Terminalphase ohne Durstgefühl keine Infusion?
Wenn ein Mensch Essen ablehnt, hat das immer einen Grund. Den suchst du, oft gemeinsam mit den Angehörigen. In der Sterbephase zählt das Wohlbefinden mehr als der Nährstoffbedarf. Wenn ein Mensch in der Terminalphase kein Durstgefühl äußert, sollte ihm keine Flüssigkeit künstlich zugeführt werden. Eine parenterale Flüssigkeitsgabe verstärkt das Todesrasseln.