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Frau Sander — Verbrühung im ambulanten PflegebesuchOkumak için bilgi
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Wie schwer ist die Verbrühung? Fläche, Tiefe und die Schmerz-Falle
Eine Verbrühung ist ein Hitzeschaden der Haut durch heiße Flüssigkeit, hier das kochende Teewasser. Wie schwer sie ist, misst sich an zwei Dingen: Tiefe und Fläche.
Die Tiefe wird in drei Graden beschrieben.
- Ersten Grades bedeutet nur Rötung und Schwellung. Die Haut heilt ohne Narbe.
- Zweiten Grades kommen Brandblasen und starke Schmerzen dazu, so wie bei Frau Sander.
- Dritten Grades ist die Haut komplett zerstört, verkohlt, und heilt nicht mehr von selbst.
Die Fläche schätzt du mit einer einfachen Faustregel: Die Handfläche des Betroffenen entspricht etwa einem Prozent seiner Körperoberfläche (für den groben Überblick dient die Neuner-Regel). Das ist wichtig, denn ab einer größeren betroffenen Fläche gehen dem Körper über die Wunde große Mengen Flüssigkeit verloren. Dann droht ein Schock.
Und die Falle, auf die viele hereinfallen: Der Schmerz ist kein Maßstab für die Schwere. Gerade bei den tiefsten Verbrennungen sind die Schmerzfühler zerstört. Je weniger es wehtut, desto schwerer kann die Schädigung sein. Verlass dich also auf Tiefe und Fläche, nicht auf das Schmerzempfinden.
Blasen = mindestens 2. Grad. Fläche mit der Hand des Patienten schätzen: Hand samt Fingern ≈ 1 %. Und: Wenig Schmerz heißt nicht harmlos. Die tiefsten Verbrennungen tun oft am wenigsten weh.
Richtig kühlen und die Hausmittel-Falle
Kühlen hilft, aber maßvoll. Zur Schmerzlinderung reicht bei einer kleinen Fläche lauwarmes Wasser (etwa 20 Grad), bis zu 30 Minuten über die Stelle. Kein Eis, kein eiskaltes Wasser und keine langen, großflächigen Güsse: Der Körper kühlt sonst gefährlich aus, und ein Absinken der Körperkerntemperatur verschlechtert die Prognose. Und es gibt eine harte Grenze: Ist mehr als etwa ein Zehntel der Körperoberfläche betroffen (mehr als zehn Handflächen des Betroffenen), wird gar nicht mehr gekühlt. Dann zählt nur noch, ihn warm zu halten. Bei Kindern gilt ohnehin besondere Zurückhaltung. Bei Frau Sander ist die Fläche klein: Hier ist Kühlen richtig.
Und jetzt das Wichtigste gegen den guten Rat der Nachbarin: Auf eine Brandwunde kommt nichts drauf, was nicht hingehört.
- Keine Salben,
- kein Puder,
- keine Sprays
- und keine Hausmittel.
Sie halten die Hitze im Gewebe, verkleben die Wunde und erhöhen die Infektionsgefahr. Später muss die Ärztin das mühsam wieder entfernen.
- Brandblasen bleiben zu: nicht aufstechen, sie schützen die Wunde.
- Kleidung, die an der Haut klebt, und eingebrannte Reste reißt du nicht ab; nur was sich leicht löst, wird entfernt.
- Danach die Wunde locker steril (oder wenigstens sauber) abdecken.
Und zuletzt an die Wärme denken: Nach dem Kühlen deckst du Frau Sander zu, damit sie nicht auskühlt.
Kleine Flächen mit lauwarmem Wasser kühlen, bis zu 30 Minuten (kein Eis). Ab etwa zehn Handflächen Fläche gar nicht mehr, dann nur noch warm halten. Danach steril abdecken. Niemals Salben oder Hausmittel drauf, Blasen nicht öffnen, festklebende Kleidung nicht abreißen.
Vier verwandte Notfälle und die je andere erste Reaktion
Vier verwandte Bilder, vier verschiedene erste Handgriffe:
- Hitze auf der Haut (Verbrennung/Verbrühung): kurz mit Wasser kühlen, steril abdecken, nichts draufschmieren.
- Ätzendes auf der Haut (Verätzung durch Säure oder Lauge): zuerst alle benetzten Kleider entfernen, dann den Bereich lange und gründlich mit fließendem Wasser abspülen. Schütze dabei deine eigenen Finger vor dem Ätzstoff.
- Ätzendes geschluckt (Verätzung von Mund und Speiseröhre): gib kleine Schlucke Wasser oder Tee zu trinken (keine Milch), etwa 200 Milliliter, nicht mehr. Sonst droht Erbrechen. Und der wichtigste Satz überhaupt: niemals Erbrechen auslösen, denn das würde die Speiseröhre ein zweites Mal verätzen.
- Überhitzt (Hitzschlag, Sonnenstich, Hitzekollaps): den Menschen raus aus der Hitze an einen kühlen Ort bringen, Kleidung öffnen, feuchte Tücher auflegen, kühle Getränke anbieten, passend lagern (bei Bewusstlosigkeit stabile Seitenlage) und die Vitalzeichen überwachen.
- Unterkühlt (Hypothermie, unter 35 Grad, ab unter 30 Grad lebensbedrohlich): langsam und passiv wärmen: Decken, warme Getränke, warmer Raum. Und ausgerechnet hier der häufigste Fehler: keine heiße Wärmflasche und keinen Wärmestrahler direkt auf die Haut. Das weitet die oberflächlichen Gefäße und lässt den Blutdruck abfallen.
Hitze auf der Haut → kühlen. Ätzendes auf der Haut → Kleider weg + fließend spülen. Ätzendes geschluckt → kleine Schlucke, NIE Erbrechen. Überhitzt → aus der Hitze + kühlen. Unterkühlt → langsam passiv wärmen, keine Wärmflasche.