Biografiearbeit und 10-Minuten-Aktivierung

تدرّب على الحالةFrau Hartmann, 80 — der Tag des Einzugs
معرفة تمريضية

Biografiearbeit

Die 85-jährige Frau M. reagiert auf keinen ihrer Namen. Ihre Tochter erzählt: Im Kiosk nannten sie alle nur „Lottofee“.

Die Biografie ist die Grundlage, damit Beschäftigung und Aktivierung einen Menschen mit Demenz fördern. Nur wenn du die Biografie kennst, kannst du Erinnerungspflege, Validation und 10-Minuten-Aktivierung therapeutisch sinnvoll einsetzen. Sie ist mehr als Eckdaten wie Beruf, Ausbildung, Geburtsort und Name. Meist helfen die „kleinen Lebensgeschichten“ am meisten. Der Mensch kann sie häufig noch länger abrufen, und sie wirken positiv. Im Gespräch regst du ihn an, diese Geschichten genauer zu erzählen, und fragst gezielt nach.

  • Erinnerungspflege: Sie ist ein Aktivierungsangebot und gehört wesentlich zur täglichen Zusammenarbeit. Mit Fotos oder Gegenständen erinnerst du ihn zum Beispiel an seinen Beruf oder seine liebste Freizeitbeschäftigung. Auch bei der täglichen Pflege weckst du Erinnerungen, etwa mit Deo und Seife von zu Hause. Seine kognitiven Fähigkeiten werden durch die Erinnerungspflege nicht besser. Sie fördert aber sein Wohlbefinden und dadurch seine Ressourcen.
  • 10-Minuten-Aktivierung: Bei Demenz reicht die Konzentration nur für begrenzte Zeit. Die 10-Minuten-Aktivierung nutzt diese Zeit. In Themenkästen, zum Beispiel Schuhkartons, sammelst du Materialien zu einem Thema, für „Kochen“ etwa einen Kochlöffel, getrocknete Kräuter und einen Küchenschwamm. Das Thema wählst du so, dass er der „Experte“ ist: Er hat Interesse daran und kann etwas dazu erzählen. Möglichst für jeden Sinn liegt etwas in der Kiste. Er muss nicht aktiv etwas tun: Schon Fragen oder etwas zu riechen und anzufassen wecken Erinnerungen. Gefördert werden Gedächtnis, Auffassungs-, Erinnerungs- und Konzentrationsvermögen. Weil die Zeit klar begrenzt ist, vermeidest du eine kognitive Überforderung.
  • Psychobiografisches Pflegemodell nach Böhm: Nach Böhm fallen Betroffene zurück in die Prägungszeit, die ersten 20 bis 30 Lebensjahre. Viele Verhaltensweisen werden so durch die Biografie erklärbar. Bedeutsam ist sein Normalitätsprinzip: Kultur, Sozialisation und eigene Erfahrungen prägen jeden Menschen. Diese Prägung ist seine Normalität. Je besser du sie im Alltag berücksichtigst, desto besser gelingt die (Re-)Aktivierung.
Behutsam fragen

Bei Gesprächen zur Biografie vermeidest du aufdringliche Neugierde und „Verhöre“. Du gehst langsam und behutsam vor, denn manche Erinnerungen sind schmerzlich. Und du hältst den Datenschutz ein.

قاعدة عملية

Die Biografie ist die Grundlage für Erinnerungspflege, Validation und 10-Minuten-Aktivierung. Am hilfreichsten sind die kleinen Lebensgeschichten, denn sie bleiben oft länger abrufbar.

اختبر نفسك

Wie stellst du eine Kiste für die 10-Minuten-Aktivierung zusammen?

ein Thema, bei dem er der „Experte“ ist; möglichst für jeden Sinn etwas: anfassen, riechen, schmecken, sehen, hören; er muss nicht aktiv etwas tun, schon Fragen wecken Erinnerungen

Warum brauchst du die Biografie eines Menschen mit Demenz, bevor du ihn aktivierst?

Die Biografie ist die Grundlage für Erinnerungspflege, Validation und 10-Minuten-Aktivierung. Am hilfreichsten sind die kleinen Lebensgeschichten, denn sie bleiben oft länger abrufbar.

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