Trauerbegleitung, auch für Kinder
تدرّب على الحالةLydia Schmidt, 86 — AbschiedTrauer und Rituale
Trauer ist ein Verarbeitungsprozess, um einen Verlust zu bewältigen. Sie ruft widersprüchliche Gefühle hervor, etwa Verzweiflung, Wut oder Niedergeschlagenheit. Auch Phasen des Vergessens gibt es, manchmal mit Schuldgefühlen. Trauer kann körperliche Veränderungen bringen, z. B. eine gebeugte Haltung. Sie kann zum Rückzug, zur Selbstaufgabe und bis zu Krankheit und Tod führen.
So begleitest du Trauernde:
- Weinen oder Schreien haben eine tröstende Funktion. Es geht nicht darum, Tränen sofort zu trocknen oder Trauer wegzunehmen. Trauernde brauchen ihre Trauerzeit.
- Ist ein Trauernder allein, solltest du fragen, ob du einen Verwandten oder Bekannten benachrichtigen sollst. Viele haben nicht die Kraft, Hilfe selbst einzufordern. Kläre mit ihnen, wer ihnen zur Seite stehen kann.
- Bei schwierigen Trauerverläufen gibt es Angebote von Hospizvereinen und Beratungsstellen, z. B. Einzelbegleitung, Trauergruppen oder Trauercafés. Gib die Adressen weiter. Auch Hospiz- und Palliativdienste begleiten noch nach dem Tod.
- Rituale können trösten und Halt geben, schon in der Sterbephase, z. B. eine immer gleich ablaufende ruhige Körperpflege oder vertraute Musik. Jede Religion hat eigene Rituale im Umgang mit Sterbenden und Verstorbenen. Als Sterbesakrament empfangen Katholiken z. B. die letzte heilige Kommunion. Im Islam und im Judentum gibt es rituelle Waschungen. Frag nach, welche Rituale gewünscht sind, und unterstütze die Trauernden dabei.
Besonders aufmerksam bist du bei Trauersituationen, die die Trauerzeit verlängern können: nach einem Suizid, der oft Schuldfragen auslöst, wenn Eltern ein Kind verlieren, nach einem dramatischen Tod ohne Zeit für den Abschied oder wenn Zugehörige keine Begleitung und Aufklärung bekommen haben. Dann ist es besonders wichtig, auf psychologische Beratung und Trauerbegleitung hinzuweisen.
Kinder gehen mit Sterben und Tod oft auf eine natürliche Art um. Sie sind ehrlich und sprechen manchmal einfach aus, was sie sehen und spüren. Bezieh sie früh ein, statt hinter verschlossenen Türen zu flüstern. Auch ihnen solltest du anbieten, etwas zu tun, z. B. ein Bild für den Verstorbenen zu malen. Du solltest Formulierungen meiden, die zu Missverständnissen führen können, wie „die Oma ist eingeschlafen“.
Zwischen 2 und 6 Jahren gilt der Tod noch als vorübergehend und erst ansatzweise als Nichtleben verstanden. Mit 6 bis 8 Jahren wird er allmählich als irreversibel empfunden. Zwischen 8 und 10 Jahren sucht das Kind nach Erklärungen. Ab 10 Jahren hat der Tod die gleiche Bedeutung wie für Erwachsene.
Trauer braucht Zeit, du nimmst sie nicht weg. Du sorgst dafür, dass Trauernde nicht allein sind, unterstützt gewünschte Rituale und weist auf Trauerbegleitung hin. Mit Kindern sprichst du ehrlich, ohne „eingeschlafen“.
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Welche Trauersituationen erfordern besondere Aufmerksamkeit?
Tod durch Suizid; Eltern verlieren ein Kind; dramatischer Tod ohne Zeit zum Abschied; keine Begleitung und Aufklärung der Zugehörigen
Warum sagst du einem Kind nicht, die Oma sei eingeschlafen?
Trauer braucht Zeit, du nimmst sie nicht weg. Du sorgst dafür, dass Trauernde nicht allein sind, unterstützt gewünschte Rituale und weist auf Trauerbegleitung hin. Mit Kindern sprichst du ehrlich, ohne „eingeschlafen“.