Braden-Skala und Risikoskalen
Im Fall übenHerr Aydın — das Risiko erkennen: Screening, Faktoren, StellenAssessmentinstrumente zur Risikoeinschätzung
Für die Einschätzung des Dekubitusrisikos gibt es standardisierte Skalen, zum Beispiel die Braden-Skala. Sie ist verbreitet, und für Kinder gibt es die ergänzende Braden-Q-Skala.
Ein Punktwert allein reicht aber nicht. Der Expertenstandard stellt fest: Für keine Skala ist ein Nutzen für die Pflegeempfänger belegt. Er empfiehlt für Kinder ebenso wenig wie für Erwachsene eine bestimmte Skala. Die internationale Leitlinie sagt: Wenn du ein Instrument benutzt, ergänzt du es um die Erhebung weiterer Risikofaktoren. Das Ergebnis beurteilst du klinisch.
Beide sagen damit dasselbe: Die Einschätzung ist am Ende eine klinische Entscheidung auf Basis von Fachwissen. Eine Skala darf dabei helfen. Sie nimmt dir die Entscheidung nicht ab.
Für dich als Auszubildende gilt aber eine wichtige Umkehrung. Die Expertengruppe empfiehlt Berufsanfängern ausdrücklich, ein standardisiertes Einschätzungsverfahren zu benutzen. Skalen sind genau für die gedacht, die noch keine ausreichende Erfahrung haben. Nicht empfohlen ist eine *bestimmte* Skala. Der Grund: Für keine Skala gibt es endgültige Belege zu Validität und Reliabilität. Validität heißt: Die Skala misst, was sie messen soll. Reliabilität heißt: Sie misst zuverlässig.
Am besten untersucht sind die Braden-, die Norton- und die Waterlow-Skala. Welche Skala eine Einrichtung einsetzt, entscheidet sie selbst. Sie muss die Wahl aber begründen, und die Skala muss zur Zielgruppe passen. Pflegefachpersonen brauchen für die Anwendung einer Skala eine ausreichende Schulung.
Praktisch heißt das: Warte nicht auf einen vollständigen Skalenwert. Den Hauptrisikofaktor „eingeschränkte Mobilität“ schätzt du schon bei der Pflegeanamnese ein und beginnst mit ersten Maßnahmen. Ein Beispiel: Bei einem bewusstlosen Menschen forderst du gleich ein spezielles Matratzensystem an. Die Kriterien einer Skala kannst du erst einigermaßen sicher beantworten, wenn du den Menschen über 24 Stunden beobachtet hast. Die Einschätzung gilt erst als beendet, wenn du ihn im Tagesverlauf beobachten konntest, spätestens nach 48 Stunden.
Berufsanfängern wird ein standardisiertes Einschätzungsverfahren ausdrücklich empfohlen, eine bestimmte Risikoskala aber nicht. Der Punktwert allein entscheidet nie.
Teste dich selbst
Welche Rolle hat eine Risikoskala (z. B. Braden) bei der Einschätzung des Dekubitusrisikos?
Eine unterstützende, keine entscheidende. Für Berufsanfänger gilt eine wichtige Umkehrung.: Der Expertenstandard stellt fest: Für keine Skala ist ein Nutzen für die Pflegeempfänger belegt. Er empfiehlt für Kinder ebenso wenig wie für Erwachsene eine bestimmte Skala.; Berufsanfängern wird ein standardisiertes Einschätzungsverfahren aber ausdrücklich empfohlen. Skalen sind gerade für die gedacht, denen noch die Erfahrung fehlt.; Am besten untersucht sind Braden-, Norton- und Waterlow-Skala. Die Einrichtung wählt begründet aus und passend zur Zielgruppe.; Die internationale Leitlinie verlangt, ein benutztes Instrument um weitere Risikofaktoren zu ergänzen und das Ergebnis klinisch zu beurteilen.; Praktisch: nicht auf einen Skalenwert warten, sondern die eingeschränkte Mobilität schon bei der Pflegeanamnese einschätzen und erste Maßnahmen beginnen.
Sollst du als Auszubildende eine Risikoskala benutzen, und was sagt sie dir?
Berufsanfängern wird ein standardisiertes Einschätzungsverfahren ausdrücklich empfohlen, eine bestimmte Risikoskala aber nicht. Der Punktwert allein entscheidet nie.