Begleitung und Entlassung bei Herzinsuffizienz

Im Fall übenFrau Schmidt — ich brauche nicht viel
Pflege-Wissen

Begleitung und Entlassung

Frau S. singt leise ein Kirchenlied. „Das mache ich, wenn ich Angst habe“, sagt sie. „Wie lange schaffe ich das noch zu Hause?“

Besonders nach der Erstdiagnose, aber auch im Verlauf brauchen Betroffene und ihre Bezugspersonen psychosoziale Begleitung. Sie fragen sich, wie sich die Krankheit in ihr Leben integrieren lässt, welche Komplikationen eintreten können und welche Auswirkungen die Krankheit haben wird. Bei diesen Fragen solltest du versuchen, ihnen zu helfen. Damit Hilfe organisiert werden kann, solltest du bei Bedarf Informationen an Kolleginnen oder den Arzt weitergeben. Grundsätzlich solltest du Gesprächsbereitschaft signalisieren. Gib dem Menschen die Möglichkeit, über seine Sorgen, Ängste und Nöte zu sprechen.

Eine Herzinsuffizienz kann mit depressiven Verstimmungen, Angststörungen oder kognitiver Dysfunktion zusammenhängen. Auch soziale Auswirkungen der Erkrankung spielen eine Rolle, zum Beispiel für Sexualität und Freizeit. Gemeinsam mit dem Menschen suchst du nach Ressourcen, damit er lernt, mit den Veränderungen umzugehen.

Vor der Entlassung wird der Mensch individuell beraten, informiert, geschult oder angeleitet. Der Schwerpunkt liegt auf der Tertiärprävention: Die Folgen der Erkrankung sollen gemildert und Rückfällen soll vorgebeugt werden. Für seine Reintegration in den Alltag muss der Mensch über seine Erkrankung aufgeklärt sein, ärztlich wie pflegerisch. So bereitest du die Entlassung mit vor:

  • Zusammen mit dem Arzt entsteht ein individueller Reintegrationsplan für die Zeit nach der Entlassung. In vielen Krankenhäusern übernimmt das der Sozialdienst, zum Beispiel für Rehabilitationsmaßnahmen und häusliche Hilfen.
  • Der Sozialdienst unterstützt beim Antrag auf eine Anschlussheilbehandlung (AHB). Auch nach einem Krankenhausaufenthalt wegen einer Dekompensation haben Menschen mit chronischer Herzinsuffizienz Anrecht auf eine stationäre Rehabilitation.
  • Ein Disease-Management-Programm (DMP) bietet einen regelmäßigen ärztlichen Rundumblick. Der Mensch sollte deshalb in ein solches Programm vermittelt werden. Darin sucht er in festen Abständen einen niedergelassenen Facharzt auf. Dieser beobachtet den Verlauf, schult weiter und kann Komplikationen früh erkennen. DMPs gibt es unter anderem für Herzinsuffizienz.
Faustregel

Gesprächsbereitschaft zeigen und Ängste ernst nehmen. Vor der Entlassung mit Arzt und Sozialdienst planen: Rehabilitation, häusliche Hilfen, Disease-Management-Programm.

Teste dich selbst

„Wie lange schaffe ich das noch zu Hause?“, fragt eine Patientin mit Herzinsuffizienz vor der Entlassung. Was tust du?

Gesprächsbereitschaft signalisieren, über Sorgen, Ängste und Nöte sprechen lassen; bei Bedarf Informationen an Kolleginnen oder Arzt weitergeben, damit Hilfe organisiert wird; Entlassung: Plan mit Arzt und Sozialdienst; Rehabilitation (AHB), häusliche Hilfen; Disease-Management-Programm (DMP) Herzinsuffizienz

Was gehört zur Begleitung und zur Entlassungsplanung bei einem Menschen mit Herzinsuffizienz?

Gesprächsbereitschaft zeigen und Ängste ernst nehmen. Vor der Entlassung mit Arzt und Sozialdienst planen: Rehabilitation, häusliche Hilfen, Disease-Management-Programm.

Im Fall übenFrau Schmidt — ich brauche nicht viel