Medikamente bei Herzinsuffizienz beobachten
Im Fall übenFrau Schmidt — in der NachtMedikamente und ihre Beobachtung
Die Medikamente sollen das Herz entlasten. Die Aktivität des Sympathikus ist hoch. Davor sollen sie das Herz außerdem schützen. So soll die Erkrankung nicht rasch fortschreiten. Meist werden mehrere Wirkstoffgruppen kombiniert. Für jede kennst du, worauf du achten musst:
- ACE-Hemmer (zum Beispiel Ramipril, Enalapril): Sie weiten die arteriellen Gefäße und senken so die Nachlast. Gefahr: eine Hypotonie, vor allem bei der Ersteinnahme. Deshalb wird der Mensch schrittweise eingestellt, mit engmaschigen Blutdruckkontrollen. Ein Reizhusten ist möglich; belastet er den Menschen, informierst du den Arzt. Bei Nebenwirkungen sind Angiotensinrezeptorblocker eine Alternative.
- Betablocker (zum Beispiel Bisoprolol, Metoprolol): Vor zu starker Sympathikusaktivierung schützen sie das Herz, und sie senken die Herzfrequenz. Gefahr: eine Bradykardie, deshalb kontrollierst du regelmäßig den Puls. Außerdem besteht die Gefahr eines Asthmaanfalls.
- Diuretika („Wassertabletten“, zum Beispiel Furosemid, Hydrochlorothiazid): Sie schwemmen Ödeme aus. Das Blutvolumen sinkt, die Vorlast sinkt, das Herz wird entlastet. Gefahr: Stürze beim (nächtlichen) Toilettengang. Sturzgefährdete Menschen forderst du auf, sich für den Toilettengang zu melden. Außerdem können die Elektrolyte entgleisen, besonders das Kalium. Neu auftretende Herzrhythmusstörungen (Pulsarrhythmie!) beachtest du und meldest sie dem Arzt.
- Aldosteronantagonisten (MRA, zum Beispiel Spironolacton, Eplerenon): Sie kommen zusätzlich dazu, wenn ein Mensch trotz ACE-Hemmern und Betablockern noch Beschwerden hat. Nierenwerte und Kalium werden während der Therapie regelmäßig kontrolliert.
- Sacubitril/Valsartan: Diese Fixkombination ersetzt den ACE-Hemmer. Mit ACE-Hemmern wird sie nicht kombiniert.
- SGLT2-Inhibitoren: Die krankhafte Veränderung des Herzmuskels hemmen sie. Günstig wirken sie sich außerdem aus, wenn gleichzeitig ein Diabetes mellitus besteht.
- Digitalisglykoside (Herzglykoside, zum Beispiel Digoxin, Digitoxin): Heute werden sie nur noch selten gegeben, wegen ihrer geringen therapeutischen Breite. Rasch kommt es zur Überdosierung. Achte auf ihre Zeichen: Übelkeit, Erbrechen, Farbsehstörungen, Bewusstseinsveränderungen, Halluzinationen und eine Bradykardie, die bis zur Asystolie (Herzstillstand) gehen kann.
ACE-Hemmer und Betablocker beginnt der Arzt niedrig dosiert und steigert die Dosis bis zur höchsten verträglichen. Die Elektrolyte sollten vor einer Therapie mit Diuretika bestimmt werden: Eine Hypokaliämie kann die Folge von Diuretika sein, und daraus können gefährliche Herzrhythmusstörungen entstehen.
Diuretika: Sturzgefahr beim nächtlichen Toilettengang, und das Kalium kann entgleisen, also auf neue Pulsarrhythmien achten. Betablocker: Bradykardie, also Puls kontrollieren. ACE-Hemmer: Hypotonie bei der Ersteinnahme, also Blutdruck kontrollieren.
Teste dich selbst
Ein Mensch mit Herzinsuffizienz bekommt neu ein Diuretikum. Welche zwei Gefahren beobachtest du, und was tust du?
Sturzgefahr beim (nächtlichen) Toilettengang: sturzgefährdete Menschen auffordern, sich zu melden; Elektrolytentgleisung, besonders Kalium: auf neue Herzrhythmusstörungen achten (Pulsarrhythmie) und dem Arzt melden; außerdem: Betablocker → Bradykardie, Puls kontrollieren; ACE-Hemmer → Hypotonie bei Ersteinnahme, Reizhusten; Digitalis → Überdosierungszeichen
Worauf achtest du bei Diuretika, bei Betablockern und bei ACE-Hemmern?
Diuretika: Sturzgefahr beim nächtlichen Toilettengang, und das Kalium kann entgleisen, also auf neue Pulsarrhythmien achten. Betablocker: Bradykardie, also Puls kontrollieren. ACE-Hemmer: Hypotonie bei der Ersteinnahme, also Blutdruck kontrollieren.