No-Flow-Zeit: warum Drücken alles ist
Im Fall übenHerr Wagner — Reanimation auf NormalstationWarum Drücken alles ist: die No-Flow-Zeit
Sobald sein Herz steht, übernimmst DU die Pumpe. Jede Kompression presst Blut in Richtung Gehirn. Aber nur, wenn vier Dinge stimmen.
- Tief genug: Der Brustkorb muss beim Erwachsenen fünf bis sechs Zentimeter nachgeben, sonst bewegst du zu wenig Blut.
- Vollständig loslassen: Nach jedem Druck nimmst du die Last ganz vom Brustkorb. Erst dann füllt sich das Herz erneut mit Blut. Die Hände bleiben dabei aufliegen, damit du den Druckpunkt nicht verlierst.
- Schnell genug: hundert bis hundertzwanzig Mal pro Minute, ein zügiger, gleichmäßiger Takt.
- Und die Unterlage zählt: Am wirksamsten drückst du auf einer festen Unterlage. Auf einer nachgiebigen Matratze versinkt der Betroffene, und ein Teil der Kraft verpufft.
Deshalb liegt Herr Wagner richtig: auf dem harten Flurboden.
Der rote Faden hinter allem heißt No-Flow-Zeit: jede Sekunde, in der du nicht drückst, steht auch der Blutfluss zum Gehirn. Genau darum ist der Takt von dreißig Kompressionen zu zwei Beatmungen so knapp gehalten, darum geht es nach einem Schock ohne Umweg sofort weiter, darum wird ein müder Helfer in Sekunden gewechselt. Nicht die perfekte einzelne Kompression rettet, sondern möglichst wenig Pause dazwischen.
Und du hörst nicht auf: weiter, bis er von allein wieder atmet, das Team übernimmt oder eine Ärztin es beendet.
Drücke tief, drücke schnell, lass vollständig los. Und hör so gut wie nie auf. Jede Pause ist No-Flow-Zeit.
Teste dich selbst
Was macht die Herzdruckmassage wirksam? Und was ruiniert sie?
Wirksam: 5–6 cm tief, 100–120/min, vollständig entlasten, harte Unterlage. Ruiniert: Pausen (No-Flow-Zeit). Darum 30:2 knapp, nach Schock sofort weiter, bei Ermüdung wechseln.
Warum ist beim Drücken jede Pause gefährlich?
Drücke tief, drücke schnell, lass vollständig los. Und hör so gut wie nie auf. Jede Pause ist No-Flow-Zeit.