Schmerzhafte Schulter bei Hemiplegie
Im Fall übenHerr Aydın, 77 — der rechte ArmSchmerzhafter Schulter vorbeugen
Eine schmerzhafte Schulter gehört zu den häufigsten Komplikationen bei einer Hemiplegie. Sie entsteht durch falsches Handling und unphysiologische Bewegungen. Der Schlaganfall stört die Balance der Muskelspannung: Die Spannung mancher Muskeln ist zu schwach (hypoton), die anderer zu stark (hyperton). Daraus kann eine unphysiologische Armstellung entstehen. Wird der Arm dann bewegt, kann Knochen auf Knochen reiben. Weichteile werden eingeklemmt und entzünden sich.
Typische Folgen sind:
- Subluxation der Schulter, eine unvollständige Ausrenkung: Bei einer schlaffen Lähmung der Schultergürtelmuskulatur zieht die Schwerkraft den Arm im Sitzen und Stehen nach unten. Der Oberarmkopf rutscht aus der Pfanne. Du erkennst das an einer tastbaren Lücke zwischen Oberarmkopf und Schulterdach und daran, dass der Oberarm am Schulterdach abgeflacht ist. Das kann sehr schmerzhaft sein. Manche Menschen bemerken die Subluxation aber gar nicht.
- Schulter-Arm-Syndrom: Die Hand der betroffenen Seite schwillt ödematös an, weil Blut und Lymphe durch den veränderten Muskeltonus gestört zirkulieren. Beim Hand-Syndrom ist die stärker betroffene Hand geschwollen und überwärmt. Im schlechtesten Fall wird die Hand dauerhaft geschädigt.
So beugst du vor:
- Den betroffenen Arm fasst du immer körpernah an und bewegst ihn wenig. Du fasst ihn oberhalb des Ellenbogens, nahe am Schultergelenk, und am Handgelenk.
- Du greifst nie am Arm oder unter der Achsel. Zug auf den Arm vermeidest du bei allen Maßnahmen.
- Bei Bewegungen führst du den Arm nach vorn oben, in Außenrotation. Die Schulter schiebst du dabei nicht nach oben. Anheben darfst du den Arm nur, wenn du den Ellenbogen unterstützt.
- Du beziehst den betroffenen Arm in alle Bewegungen ein und lässt ihn nie lange nach unten hängen. Du leitest den Menschen an, den Arm beim Anheben mit der weniger betroffenen Hand am Handgelenk zu stützen.
- Liegt er auf der betroffenen Seite, liegt er nicht auf dem Oberarmkopf. Das Gewicht des Oberkörpers lastet nicht direkt auf dem Schultergelenk. Der Arm ist bequem unterpolstert und liegt in seinem Gesichtsfeld.
- Im Sitzen und Liegen trägt möglichst viel Unterstützungsfläche den Arm.
- Beim Drehen fasst du unter die Schulter und nimmst sie mit.
- Die Hand liegt in Neutralstellung, das Handgelenk knickt nicht zur Handinnenfläche ab. Die Hand liegt etwas höher als der Ellenbogen, der Venenabfluss auf dem Handrücken bleibt frei.
- Passive Bewegungen führst du nur sehr sanft aus, angepasst daran, wie beweglich die weniger betroffene Seite ist.
- Beim Transfer liegt der betroffene Arm nicht auf deiner Schulter. Er könnte sonst aus der Gelenkpfanne gehebelt werden.
- Die Kleidung schnürt nicht ein, Vorsicht auch mit engen Armbanduhren.
- Am stärker betroffenen Arm gibt es keine Blutabnahme, keine Infusion und keine Blutdruckmessung.
Den betroffenen Arm fasst du körpernah und schulternah, nie am Arm oder unter der Achsel. Kein Zug, kein Hängenlassen. Am betroffenen Arm misst du keinen Blutdruck und nimmst kein Blut ab.
Teste dich selbst
Woran erkennst du eine Subluxation der Schulter nach einem Schlaganfall?
Der Oberarm ist am Schulterdach abgeflacht.; Zwischen Oberarmkopf und Schulterdach ist eine Lücke tastbar.; oft sehr schmerzhaft, manche bemerken sie aber gar nicht
Wie fasst du den betroffenen Arm an, und was tust du an diesem Arm nicht?
Den betroffenen Arm fasst du körpernah und schulternah, nie am Arm oder unter der Achsel. Kein Zug, kein Hängenlassen. Am betroffenen Arm misst du keinen Blutdruck und nimmst kein Blut ab.