Muskeltonus beeinflussen nach Bobath

Im Fall übenHerr Aydın, 77 — der rechte Arm
Pflege-Wissen

Aktivierung zur Normalisierung des Muskeltonus

Herr T. ist angespannt, sein Arm zieht sich in Beugung. Das Fenster ist offen, es ist kalt, und du hast es eilig.

Häufig verändert ein Schlaganfall den Muskeltonus. Die Muskulatur der betroffenen Seite kann schlaff sein (niedriger Muskeltonus) oder stark angespannt (Spastik). Gezielte Bewegungen sind dann in beiden Fällen nicht möglich. Der Tonus muss deshalb gezielt beeinflusst werden.

Den Muskeltonus beeinflussen allgemeine Faktoren:

  • Temperatur: Kälte erhöht den Tonus, Wärme senkt ihn.
  • Bewegungsgeschwindigkeit: Langsame Bewegungen senken den Tonus, schnelle erhöhen ihn.
  • psychische Faktoren: Stress, Angst und Unsicherheit erhöhen den Tonus.

Weitere Faktoren nach dem Bobath-Konzept:

  • Unterstützungsfläche: Je größer die Auflagefläche des Körpers ist, desto geringer ist der Muskeltonus. Im Liegen ist er am niedrigsten, im Stehen deutlich höher als im Sitzen.
  • Lage im Raum: Die Schwerkraft beeinflusst Bewegungen. Einen Arm im Liegen anzuheben, ist anstrengender als im Sitzen.
  • Stabilität vor Mobilität: Eine Aktivität gelingt nur sicher, wenn Stabilität und Mobilität im Gleichgewicht sind. Wer sich im Sitzen nach einem Glas beugt, braucht festen Bodenkontakt der Füße. Erst ein stabiler Rumpf macht die Arme frei für Bewegung.
  • Schlüsselpunkte: Über bestimmte Körperregionen lassen sich Bewegungen einfach einleiten. Dort ist die Rezeptorendichte hoch. Der zentrale Schlüsselpunkt ist der Thorax. Schultern und Becken sind proximale, Hände und Füße distale Schlüsselpunkte. Bewegungen über eine Drehung (Rotation) sind einfacher als En-bloc-Bewegungen.
Unterstützungsfläche

Die Größe der Fläche allein reicht eventuell nicht. Der Körper muss sie auch annehmen können. Hat der Mensch in Rückenlage Schmerzen oder überstreckt er Kopf oder Rücken, steigt der Tonus trotzdem. Achte deshalb auf Schmerzfreiheit und Bequemlichkeit. Es sollen keine Hohlräume entstehen, der Körper liegt flächig auf.

Faustregel

Kälte, Tempo, Angst und Stress erhöhen den Muskeltonus. Wärme, langsame Bewegungen und eine große Unterstützungsfläche, die der Körper annimmt, senken ihn. Stabilität kommt vor Mobilität.

Teste dich selbst

Herr T. ist angespannt, sein Arm zieht sich in Beugung. Was erhöht gerade seinen Muskeltonus?

Kälte, zum Beispiel ein offenes Fenster; schnelle Bewegungen, wenn du es eilig hast; Angst, Unsicherheit und Stress; Hilfreich sind Wärme, langsame Bewegungen und eine große Unterstützungsfläche.

Was erhöht und was senkt den Muskeltonus, und was heißt „Stabilität vor Mobilität“?

Kälte, Tempo, Angst und Stress erhöhen den Muskeltonus. Wärme, langsame Bewegungen und eine große Unterstützungsfläche, die der Körper annimmt, senken ihn. Stabilität kommt vor Mobilität.

Im Fall übenHerr Aydın, 77 — der rechte Arm