Schmerzbeobachtung: Mimik und Vitalzeichen

Im Fall übenHerr Al-Khatib, 47 — „Nein, alles gut“
Pflege-Wissen

Gezielte Beobachtung

Herr F. kann seit seinem Schlaganfall kaum sprechen. Beim Umlagern runzelt er die Stirn, sein Puls steigt.

Von allen im Team verbringst du die meiste Zeit mit den Menschen. Ändert sich ihr Verhalten, merkst du das deshalb in der Regel schnell. Bei jedem Kontakt achtest du auf:

  • Vitalzeichen: Ein Hinweis auf Schmerzen kann ein beschleunigter Puls, eine schnellere Atmung oder ein erhöhter Blutdruck sein.
  • Ernährung und Ausscheidung: Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Gewicht und Ernährungszustand, Nahrungsverweigerung
  • Schlaf und Müdigkeit: Wer überwiegend nachts Schmerzen hat, ist tagsüber oft müde.
  • Mimik: ein abwesender Blick, zuckende Mundwinkel, Stirnrunzeln, ein verzerrter, trauriger oder ängstlicher Gesichtsausdruck
  • Gestik und Bewegung: Schonhaltung, ein verändertes Gangbild, schnellere oder langsamere Bewegungen, hoher Muskeltonus, Anspannung
  • Verbale Äußerungen: Weinen, Jammern, Stöhnen
  • Verhalten: Rückzug, will in Ruhe gelassen werden, reagiert abweisend oder aggressiv

Gut beobachten kannst du außerdem nur mit einer empathischen Haltung und einer Beziehung, in der der Mensch dir vertraut.

Vitalzeichen allein reichen nicht

Um Schmerzen zu beurteilen, sind veränderte Vitalzeichen nicht zuverlässig. Sie zeigen vor allem eine kurzfristige Stressreaktion an. Eine Fremdeinschätzung ist nie so zuverlässig wie das, was der Mensch selbst sagt. Auch wenn du kein auffälliges Verhalten beobachtest, kann er Schmerzen haben.

Faustregel

Bei jedem Kontakt beobachtest du Mimik, Bewegung, Äußerungen, Verhalten, Schlaf, Ernährung und Vitalzeichen. Vitalzeichen können ein Hinweis sein, für die Beurteilung allein sind sie aber nicht zuverlässig.

Teste dich selbst

Warum sind Vitalzeichen allein kein zuverlässiges Schmerzzeichen?

Vor allem zeigen sie eine kurzfristige Stressreaktion an. Ein Hinweis auf Schmerzen können ein erhöhter Blutdruck, ein schnellerer Puls oder eine schnellere Atmung aber sein.

Worauf achtest du bei der gezielten Schmerzbeobachtung?

Bei jedem Kontakt beobachtest du Mimik, Bewegung, Äußerungen, Verhalten, Schlaf, Ernährung und Vitalzeichen. Vitalzeichen können ein Hinweis sein, für die Beurteilung allein sind sie aber nicht zuverlässig.

Im Fall übenHerr Al-Khatib, 47 — „Nein, alles gut“