Wie schwer ist die Verbrühung? Fläche und Tiefe

Im Fall übenFrau Sander — Verbrühung im ambulanten Pflegebesuch
Pflege-Wissen

Wie schwer ist die Verbrühung? Fläche, Tiefe und die Schmerz-Falle

Frau Sander hält den verbrühten Arm von sich weg, Blasen bilden sich, sie hat Schmerzen. Bevor du irgendetwas tust, brauchst du ein Bild: Wie tief geht das? Und wie groß ist es? Zwei Fragen entscheiden über die Schwere.

Eine Verbrühung ist ein Hitzeschaden der Haut durch heiße Flüssigkeit, hier das kochende Teewasser. Wie schwer sie ist, misst sich an zwei Dingen: Tiefe und Fläche.

Die Tiefe wird in drei Graden beschrieben.

  • Ersten Grades bedeutet nur Rötung und Schwellung. Die Haut heilt ohne Narbe.
  • Zweiten Grades kommen Brandblasen und starke Schmerzen dazu, so wie bei Frau Sander.
  • Dritten Grades ist die Haut komplett zerstört, verkohlt, und heilt nicht mehr von selbst.

Die Fläche schätzt du mit einer einfachen Faustregel: Die Handfläche des Betroffenen entspricht etwa einem Prozent seiner Körperoberfläche (für den groben Überblick dient die Neuner-Regel). Das ist wichtig, denn ab einer größeren betroffenen Fläche gehen dem Körper über die Wunde große Mengen Flüssigkeit verloren. Dann droht ein Schock.

Und die Falle, auf die viele hereinfallen: Der Schmerz ist kein Maßstab für die Schwere. Gerade bei den tiefsten Verbrennungen sind die Schmerzfühler zerstört. Je weniger es wehtut, desto schwerer kann die Schädigung sein. Verlass dich also auf Tiefe und Fläche, nicht auf das Schmerzempfinden.

Faustregel

Blasen = mindestens 2. Grad. Fläche mit der Hand des Patienten schätzen: Hand samt Fingern ≈ 1 %. Und: Wenig Schmerz heißt nicht harmlos. Die tiefsten Verbrennungen tun oft am wenigsten weh.

Teste dich selbst

Woran misst du, wie schwer eine Verbrennung/Verbrühung ist? Und warum ist starker Schmerz kein gutes Zeichen für „schwer“?

An Tiefe (1.–3. Grad; Blasen = mind. 2. Grad) und Fläche (die Hand des Patienten mit den Fingern ≈ 1 % seiner Körperoberfläche; ab großer Fläche Schockgefahr). Schmerz ist KEIN Maßstab: bei tiefen Verbrennungen sind die Schmerzfühler zerstört → weniger Schmerz trotz schwererer Schädigung.

Woran erkennst du mindestens den 2. Grad? Wie schätzt du die Fläche? Und was sagt wenig Schmerz?

Blasen = mindestens 2. Grad. Fläche mit der Hand des Patienten schätzen: Hand samt Fingern ≈ 1 %. Und: Wenig Schmerz heißt nicht harmlos. Die tiefsten Verbrennungen tun oft am wenigsten weh.

Im Fall übenFrau Sander — Verbrühung im ambulanten Pflegebesuch