Fieber senken: Wadenwickel und Kühlen
Im Fall übenHerr Al-Khatib — Schüttelfrost am zweiten TagFiebersenkende Maßnahmen
Ob Fieber mehr nützt oder mehr schadet, ist umstritten. Es gibt keine klare Grenze, ab der Fieber mehr schadet als nützt, und jeder Mensch reagiert anders. Über Zeitpunkt, Art und Umfang fiebersenkender Maßnahmen entscheidet deshalb der Arzt individuell. Du unterstützt ihn durch gezielte Beobachtung: Grunderkrankungen, Allgemeinzustand, Höhe und Dauer des Fiebers. Ist die Herz- oder Lungenleistung vermindert, geht es dem Menschen unter Fieber in der Regel schlechter. Fiebersenkende Maßnahmen können bei ihnen angebracht sein. Kleine Kinder können Fieberkrämpfe bekommen. Deshalb empfiehlt es sich, bei ihnen schon bei mildem Fieber mit Wadenwickeln die Wärmeabgabe zu unterstützen. Höhere Temperaturen medikamentös zu senken, empfiehlt sich bei ihnen ebenfalls.
Fieber lässt sich auf zwei Wegen senken:
- Antipyretika wirken auf den Temperaturregler im Gehirn: Sie stellen ihn wieder nach unten. Zu den bekanntesten Wirkstoffen gehören Paracetamol, Ibuprofen, Metamizol und Acetylsalicylsäure.
- Physikalische Maßnahmen entziehen dem Körper durch Kühlen Wärme.
Solange das Fieber ansteigt, sind kühlende Maßnahmen kontraindiziert. Sie wirken der Temperaturregelung im Gehirn entgegen. Dadurch können sie einen erneuten Fieberanstieg und Schüttelfrost begünstigen. Friert der Mensch oder fühlt sich seine Haut kühl an, kommen nur noch fiebersenkende Medikamente in Betracht, keine Kühlung.
Wadenwickel: Sie sind kontraindiziert bei kalten Händen oder Füßen und bei Durchblutungsstörungen. Unter die Beine legst du einen Nässeschutz. Zwei Tücher tränkst du mit lauwarmem Wasser, nicht kälter als etwa 10 °C unter der Körpertemperatur, und wringst sie aus. Um die Waden wickelst du sie faltenfrei, aber locker, und deckst den Menschen auf Wunsch zu. Die Beine solltest du nicht zu fest einpacken, damit die Flüssigkeit verdunsten kann. Nach einigen Minuten, in der Regel 5–10, haben sich die Tücher erwärmt, und du wechselst sie. Zum Hitzestau darf es auf keinen Fall kommen. Je nach Fieberhöhe kannst du das 2- bis 3-mal wiederholen. Die Wärme leiten die feuchten Tücher direkt ab, und durch die Verdunstung entziehen sie zusätzlich Wärme.
Waschungen: Statt Wadenwickeln kannst du den Menschen mit lauwarmem Wasser waschen. Das passt besonders, wenn ihm subjektiv sehr heiß ist. Du solltest an Beinen und Armen beginnen und danach die wärmere Körpermitte waschen. Du solltest immer nur den Teil aufdecken, den du gerade wäschst, damit er nicht zu schnell abkühlt und der Intimschutz gewahrt bleibt. Wegen der Verdunstungskälte solltest du jede gewaschene Partie kurz an der Luft trocknen lassen.
Zusätze: Ins Wasser kannst du zum Beispiel einen Schuss Zitronensaft oder Pfefferminztee geben. Ihre ätherischen Öle fördern die Durchblutung und verdunsten schnell. Konzentrierte ätherische Öle können die Haut reizen, Vorsicht besonders bei Kindern: niemals unverdünnt, meist reichen 2–4 Tropfen auf eine Waschschüssel, mit einem Emulgator wie 1 EL Milch. Du testest das Wasser zuerst an einer kleinen Hautstelle. Es darf nicht in die Augen kommen. Nur mit Wasser ohne Zusatz wäschst du Gesicht und Intimbereich.
Trockene Kälte: Kühlmatten unter dem Betttuch sind eine Option, wenn andere Maßnahmen das Fieber nicht ausreichend senken. Weil sie großflächig anliegen, können sie aber sehr schnell Wärme ableiten und Schüttelfrost auslösen. Auch lokale Kühlelemente senken Fieber, wenn sie nahe an großen Blutgefäßen liegen, zum Beispiel an den Leisten. Wegen der Erfrierungsgefahr solltest du sie in ein Tuch wickeln, nie direkt auf die Haut legen und ohne Pause höchstens ein paar Minuten liegen lassen. Fühlt sich die Haut darunter deutlich kühl an, solltest du sie spätestens dann wegnehmen oder an eine andere Stelle legen. Die Stelle darfst du erst wieder kühlen, wenn sie sich erwärmt hat. Hat die Maßnahme nach etwa 30 Minuten keine Wirkung gezeigt oder ist das Fieber ausreichend gesenkt, solltest du sie beenden. Die Körperkerntemperatur darf nicht zu schnell sinken.
Ob Fieber gesenkt wird, entscheidet der Arzt. Kühlende Maßnahmen nie im Fieberanstieg und keine Wadenwickel bei kalten Füßen oder Händen oder Durchblutungsstörungen. Die Tücher sind lauwarm, höchstens etwa 10 °C unter der Körpertemperatur.
Teste dich selbst
Ein Kind hat 38,7 °C Fieber und kühle Hände und Füße. Legst du Wadenwickel an?
nein: Kühle Extremitäten sprechen für den Fieberanstieg, dann sind kühlende Maßnahmen kontraindiziert; Wadenwickel sind bei kalten Händen oder Füßen ohnehin kontraindiziert; in dieser Lage kommen nur fiebersenkende Medikamente in Betracht, nach ärztlicher Anordnung
Wann sind Wadenwickel kontraindiziert, und welche Temperatur hat das Wasser?
Ob Fieber gesenkt wird, entscheidet der Arzt. Kühlende Maßnahmen nie im Fieberanstieg und keine Wadenwickel bei kalten Füßen oder Händen oder Durchblutungsstörungen. Die Tücher sind lauwarm, höchstens etwa 10 °C unter der Körpertemperatur.