Fieber bei Kindern und alten Menschen
Im Fall übenHerr Al-Khatib — Schüttelfrost am zweiten TagFieber bei Kindern und älteren Menschen
Kleine Kinder: Ihre Wärmeregulation funktioniert noch nicht optimal. Manchmal bekommen sie hohes Fieber ohne Krankheit dahinter, zum Beispiel beim Zahnen. Leichtes Fieber kann aber auch das Symptom einer ernsten Erkrankung sein, zum Beispiel einer Hirnhautentzündung (Meningitis). Du beugst den Kopf des Kindes sachte etwas nach vorn: Bleibt der Nacken steif, kann das ein Hinweis auf eine Meningitis sein. Zwingend vorliegen muss sie aber nicht. Ist die Erkrankung ernst, ist das Kind in der Regel teilnahmslos und schläfrig bis apathisch. Fiebernde Kinder dehydrieren schneller. Trinkt das Kind nichts oder nicht genug, informierst du einen Arzt. Kinder neigen außerdem zu Fieberkrämpfen, weil eine hohe Körpertemperatur die Krampfschwelle im Gehirn senken kann.
Ältere Menschen: Ihr Immunsystem reagiert weniger heftig. Mitunter haben sie deshalb nur geringes Fieber, selbst bei einem schweren Infekt wie einer Lungenentzündung. Viele haben ein geschwächtes Herz und weniger elastische Blutgefäße. Fieber führt bei ihnen deshalb viel eher zu Kreislaufproblemen. Ihr Durstgefühl ist schwächer, sie trinken zu wenig, und es droht ein Nierenversagen. Du solltest sie deshalb immer wieder zum Trinken auffordern und ggf. dabei unterstützen. Im ambulanten Setting informierst du die Angehörigen und die Hausärztin oder den Hausarzt.
Begleiterscheinungen können auftreten, besonders wenn das Fieber sehr hoch ist:
- Schüttelfrost: Der Körper will seine Solltemperatur weit über 37 °C hochfahren. Das Zittern kann so heftig sein, dass sich der Mensch verletzt, dann verständigst du einen Arzt. Du deckst ihn mit warmen Decken zu, stellst eventuell die Heizung höher, polsterst scharfe Kanten in seiner Nähe ab und sprichst ruhig mit ihm: Das Zittern lässt bald nach. In Ausnahmefällen ordnet der Arzt Pethidin an. Es dämpft auch das Atemzentrum, danach kontrollierst du die Atemfrequenz.
- Fieberkrampf: ein Gelegenheitskrampf bei Kindern mit Fieber, rund 80 % sind generalisiert. Zuerst verkrampft sich der ganze Körper (tonisch), danach folgen rhythmische Zuckungen (klonisch). Blase und Enddarm entleeren sich oft. Du verständigst einen Arzt, bleibst beim Kind und schützt es durch Polsterung vor Verletzungen. Meist endet der Krampf von allein nach wenigen Minuten. Das Fieber senkst du möglichst langsam, denn fällt es zu schnell, kann das wieder einen Krampf auslösen. Denk auch an die Eltern: Ein Krampfanfall macht ihnen meist große Angst.
- Fieberdelir: Ein hochfiebernder Mensch ist plötzlich unruhig und desorientiert. Ein Delir weist immer auf eine schwere Störung hin. Du informierst schon bei ersten Anzeichen einen Arzt. Besonders sturzgefährdet sind dann alte Menschen. Du achtest auf Zeichen einer Exsikkose, zum Beispiel trockene Schleimhäute und stehende Hautfalten.
Dauert das Fieber länger und ist der Allgemeinzustand schlecht, denkst du immer auch an die Prophylaxen. Wegen Immobilität, Flüssigkeitsverlust und starkem Schwitzen sind diese besonders wichtig: Pneumonie-, Thrombose-, Dekubitus-, Intertrigo- und Obstipationsprophylaxe.
Auch bei einem schweren Infekt haben ältere Menschen mitunter nur geringes Fieber, und Fieber führt bei ihnen eher zu Kreislaufproblemen. Ein fieberndes Kind, das nicht genug trinkt, meldest du dem Arzt. Bei einem Fieberkrampf verständigst du einen Arzt, bleibst beim Kind und schützt es vor Verletzungen.
Teste dich selbst
Ein Kind krampft im Fieber. Was tust du?
einen Arzt verständigen; beim Kind bleiben; durch Polsterung vor Verletzungen schützen; Fieber möglichst langsam senken; an die Eltern denken und beruhigend auf sie eingehen
Warum kann bei älteren Menschen geringes Fieber trotzdem ernst sein?
Auch bei einem schweren Infekt haben ältere Menschen mitunter nur geringes Fieber, und Fieber führt bei ihnen eher zu Kreislaufproblemen. Ein fieberndes Kind, das nicht genug trinkt, meldest du dem Arzt. Bei einem Fieberkrampf verständigst du einen Arzt, bleibst beim Kind und schützt es vor Verletzungen.