Körpertemperatur messen

Im Fall übenHerr Al-Khatib, 47 — die Aufnahme
Pflege-Wissen

Messorte

Herr S. wurde gestern operiert. Er hat einen Venenzugang und sagt, ihm sei kalt.

Am sichersten schätzt du den Temperaturhaushalt mit einer Messung ein. Bei jedem Kontakt achtest du aber auch auf Zeichen, die eng mit der Körpertemperatur zusammenhängen:

  • Blässe oder Rötung der Haut
  • Zittern, Gänsehaut, Schüttelfrost
  • Schwitzen
  • verminderte Urinausscheidung
  • Appetitlosigkeit
  • reduzierter Allgemeinzustand
  • Durstgefühl

Bei normaler Zimmertemperatur können Zittern, Gänsehaut und Schüttelfrost zeigen, dass Fieber beginnt oder der Mensch unterkühlt ist. Wahrscheinlich hat der Mensch Fieber, wenn er bei normaler Zimmertemperatur schwitzt, übermäßigen Durst hat oder seine Haut gerötet und warm ist. Kinder sind bei Fieber manchmal quengelig, schläfrig oder verweigern die Nahrung, Säuglinge trinken schlecht. Manche Kinder wirken trotz Fieber aber unauffällig und spielen.

In den meisten klinischen Bereichen misst du bei allen Pflegeempfängern regelmäßig die Temperatur, mindestens einmal, besser zweimal am Tag. Öfter solltest du messen,

  • wenn eine Infektion besteht oder durch Operation, liegende Zugänge oder Abwehrschwäche die Infektionsgefahr erhöht ist,
  • wenn andere Beobachtungen auf eine Temperaturstörung hinweisen,
  • wenn Temperaturregulation oder Wärmeempfinden gestört sind, zum Beispiel bei Bewusstseinsstörungen oder zerebralen Erkrankungen.

Die Temperatur gibst du in Grad Celsius (°C) an. Messorte:

  • rektal (im After): am genauesten
  • vaginal: nach manchen Literaturangaben ähnlich genau, in der Praxis sehr selten
  • aurikulär (im Gehörgang, mit Ohrthermometer): Die Temperatur des Trommelfells entspricht etwa der Körperkerntemperatur. Ohrschmalz, eine Ohrentzündung oder eine ungenaue Position können falsche Werte ergeben.
  • sublingual (unter der Zunge): Der Mensch sollte vorher nichts Kaltes oder Heißes getrunken haben. Die Werte liegen um 0,2 bis 0,5 °C niedriger als rektal.
  • axillar (in der Achselhöhle) oder inguinal (in der Leiste): relativ ungenau, axillar ebenfalls um 0,2 bis 0,5 °C niedriger als rektal
  • an der Stirn: relativ ungenau; subfebrile Temperaturen können hier besonders leicht unbemerkt bleiben

So misst du: Zum Schutz des Geräts und aus hygienischen Gründen solltest du Schutzhüllen oder Schutzkappen verwenden, eventuell Handschuhe. Die Gebrauchsanweisung solltest du beachten. Sublingual schiebst du die Thermometerspitze seitlich unter den Zungenrand, oder der Mensch macht es selbst. Rektal misst du in Seitenlage mit übergestreifter Schutzhülle. Zum leichteren Einführen kannst du sie mit etwas Gleitcreme einreiben oder mit Wasser anfeuchten. Fettende Salben verwendest du nicht: Fett isoliert und kann den Messwert senken. Bei Säuglingen kann sich beim Messen Stuhl entleeren. Du legst deshalb eine Unterlage oder Windel unter das Gesäß.

Messdauer: Ein Infrarot-Ohrthermometer braucht wenige Sekunden, ein digitales Thermometer etwa 2 Minuten, ein analoges etwa 5 Minuten. Ist die Messung fertig, piepen die Geräte meist.

Schnelle Überprüfung

Vermutest du Fieber, kannst du dem Menschen eine Hand auf die Stirn legen, bei Säuglingen und kleinen Kindern auf den Rumpf. Bei Fieber fühlt sich die Haut im Verhältnis zu deiner Hand heiß an. Zuverlässig ist das nicht. Du kontrollierst deshalb mit einer Messung.

Faustregel

Am genauesten misst du rektal. Sublingual und axillar liegen die Werte 0,2–0,5 °C niedriger, an der Stirn können subfebrile Temperaturen unbemerkt bleiben. Bei Infektionsgefahr, liegenden Zugängen oder nach einer OP misst du öfter als ein- bis zweimal am Tag.

Teste dich selbst

Du misst die Temperatur rektal. Worauf achtest du?

Seitenlage; Schutzhülle überstreifen; zum Einführen etwas Gleitcreme oder Wasser, keine fettende Salbe: Fett isoliert und kann den Wert senken; bei Säuglingen eine Unterlage oder Windel unter das Gesäß

Welcher Messort ist am genauesten, und wann misst du öfter als ein- bis zweimal am Tag?

Am genauesten misst du rektal. Sublingual und axillar liegen die Werte 0,2–0,5 °C niedriger, an der Stirn können subfebrile Temperaturen unbemerkt bleiben. Bei Infektionsgefahr, liegenden Zugängen oder nach einer OP misst du öfter als ein- bis zweimal am Tag.

Im Fall übenHerr Al-Khatib, 47 — die Aufnahme