Palliative Haltung: Autonomie und Würde
Vakada çalışLydia Schmidt, 86 — Hier will ich bleibenPalliative Haltung
Palliative Care zeigt sich viel mehr in der Haltung des Teams als in bestimmten Handlungen. Die palliative Haltung wird immer wieder neu reflektiert. Drei Schlüsselbegriffe kennzeichnen sie: die Autonomie, die Würde und die Lebensqualität des Betroffenen achten und wahren.
- Autonomie: Du gehst „wahrhaftig“ mit dem Betroffenen um. Seine Fragen beantwortest du ehrlich. In einer bestimmten Situation akzeptierst du aber auch sein „Nicht-wissen-Wollen“. Du konfrontierst ihn nicht zwanghaft mit der Realität. Die Begleitung orientiert sich an seinen Wünschen, Werten und Bedürfnissen. Eine Wahlfreiheit hat er immer. Er darf erwarten, dass seine Entscheidung akzeptiert wird.
- Würde: Du gehst sensibel um mit den Grenzen, die der Betroffene und seine Angehörigen haben. Immer wieder neu prüfst du dafür das angemessene Nähe-Distanz-Verhältnis. Was Würde für den Einzelnen ausmacht, ist unterschiedlich. Grundlegend ist deshalb, dass du die Individualität jedes Menschen respektierst und dich daran orientierst.
- Lebensqualität: Als übergeordnetes Prinzip steht die individuelle Lebensqualität im Mittelpunkt. Bei einer unheilbaren Krankheit und begrenzter Lebenserwartung ist es nicht sinnvoll, um jeden Preis das Leben zu verlängern. Eine ganzheitliche multidisziplinäre Betreuung sollte stattdessen die letzte Lebensphase so angenehm wie möglich gestalten.
Von der Ärztin Cicely Saunders (1918–2005), der Pionierin von Palliative Care, stammt der Satz: „Nicht dem Leben mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben geben.“ 1967 eröffnete sie in London das erste moderne Hospiz.
Was Lebensqualität für den einzelnen Patienten ist, kann nur er selbst definieren. Nach seiner Definition richten sich alle, die ihn versorgen. Dieser Grundsatz heißt radikale Patientenorientierung. Er hat Grenzen: Deine Handlungen dürfen dem Menschen niemals schaden. Was er sich wünscht, muss ihm subjektiv nützen und indiziert sein. Aktive Sterbehilfe auf Verlangen ist damit ausgeschlossen. Auch die Durchführbarkeit setzt Grenzen: Die Betreuung eines Sterbenden darf und soll viel Zeit brauchen, aber nicht so viel, dass die Versorgung anderer Patienten nicht mehr möglich ist. Zur radikalen Patientenorientierung gehört deshalb, offen und ehrlich über die Grenzen der Hilfsangebote zu sprechen.
Die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland (2010) beschreibt fünf Leitsätze. Dazu gehören u. a. das Recht, in Würde zu sterben, und das Recht auf individuelle Betreuung und Begleitung.
Was seinen Wert ausmacht und was ihn verletzt, kann nur der einzelne Mensch selbst bestimmen. Manche erleben es z. B. als Verletzung ihrer Würde, wenn sie die Kontrolle über ihre Ausscheidungen verlieren, und daran können die Helfenden nichts ändern. Ein Sterben in Würde ist deshalb nicht in jedem Fall erreichbar. Absolute Pflicht des Teams ist aber, bis zuletzt die Würde des Sterbenden anzuerkennen und sie nie und unter keinen Umständen selbst zu verletzen. Dazu gehört auch, zu Ende zu denken, wie die Erkrankung verlaufen kann. Bei jeder Maßnahme ist zu prüfen, wie sie sich auf lange Sicht auf die empfundene Lebensqualität auswirken kann. Will jemand zu Hause sterben und ist eine komplizierte Schmerztherapie dort nicht machbar, kann eine einfachere Therapie sinnvoll sein. Das gilt auch um den Preis einer weniger sicheren Symptomkontrolle, wenn ihm das Sterben daheim wichtiger ist. Am meisten Sicherheit gibt es dem Betroffenen, wenn solche Wünsche schon vor Beginn der Therapie geklärt sind.
Die palliative Haltung achtet Autonomie, Würde und Lebensqualität. Du beantwortest Fragen ehrlich, akzeptierst aber auch, wenn ein Mensch etwas nicht wissen will.
Kendini test et
Was bedeutet Autonomie in der palliativen Begleitung?
ehrlich auf Fragen antworten; das „Nicht-wissen-Wollen“ akzeptieren, nicht zwanghaft mit der Realität konfrontieren; Wahlfreiheit: Seine Entscheidung wird akzeptiert.
Welche drei Schlüsselbegriffe kennzeichnen die palliative Haltung?
Die palliative Haltung achtet Autonomie, Würde und Lebensqualität. Du beantwortest Fragen ehrlich, akzeptierst aber auch, wenn ein Mensch etwas nicht wissen will.