Selbstfürsorge in der Sterbebegleitung
Vakada çalışLydia Schmidt, 86 — AbschiedSelbstfürsorge
Schon ab Beginn der Ausbildung begleitest du Menschen, die dem Tod nahe sind. Dann musst du aushalten können, dass Menschen ganz unterschiedlich reagieren und die Gefühle wechseln wie in einem Wechselbad. Den Betroffenen zeigst du dabei Verständnis. Setz dich deshalb möglichst schon vorher bewusst mit deinen eigenen Erfahrungen, Ängsten und Gefühlen zu Tod und Sterben auseinander. Wenn möglich, sprich auch mit anderen über ihre Erfahrungen. Mach dir bewusst, wie z. B. Kultur und Glaube beeinflussen, welche Gefühle du mit Tod und Sterben verbindest.
Der Umgang mit Tod und Sterben kann für Helfende unter Umständen sehr belastend sein. Gerade wo viele sterbenskranke Menschen betreut werden, besteht die Gefahr einer psychischen Überlastung, besonders wenn das Sterben zur Routine wird. Dann fehlt die nötige Sensibilität und Aufmerksamkeit, und Versäumtes lässt sich hier nicht nachholen. Auch zu tief in eine Begleitung einzusteigen, kann überlasten. Was dich schützt:
- Innehalten: Stirbt jemand, mach dir seinen Tod bewusst. Dabei helfen z. B. Abschiedsrituale im Team.
- Team: Sterbebegleitung ist immer eine Teamaufgabe. Gegenseitige Stütze und gute Zusammenarbeit schützen den Einzelnen. Im Team lassen sich auch Grenzen der Versorgung leichter erkennen und gemeinsam vertreten.
- Reflexion: Für Teams, die Sterbende begleiten, sollen Reflexionsräume da sein, z. B. Fallbesprechungen, Supervision, Teamtage und Fortbildungen. Dort darfst du auch Gefühle wie Hilflosigkeit und Ohnmacht, Schuld und Versagen, Mitleid und Sympathie ansprechen. So werden Belastungen gemeinsam getragen.
- Erfahrene fragen: Wahrnehmung, Intuition, Kreativität und Flexibilität wachsen mit der Berufserfahrung. Als Auszubildender wendest du dich im Palliativbereich deshalb am besten an erfahrene Pflegefachpersonen.
- Ausgleich: Hilfreich ist auch ein gesunder Ausgleich im Privatleben.
Eine offene Kommunikationskultur im Team gilt nicht nur für die schweren Gefühle, sondern auch für kleine Erfolge, heitere Momente und Humor, der entlastet.
Scheu dich nicht, dir selbst Hilfe zu holen, z. B. eine Supervision, wenn du merkst, dass du einer Situation nicht gewachsen bist oder an deine Grenzen kommst.
Sterbebegleitung trägst du nicht allein: Sie ist Teamaufgabe. Du hältst inne, wenn jemand stirbt, sprichst über Belastendes in Fallbesprechung oder Supervision und holst dir Hilfe, wenn du an deine Grenzen kommst.
Kendini test et
Welche Reflexionsräume sollen Teams haben, die Sterbende begleiten?
Fallbesprechungen; Supervision; Teamtage; Fortbildungen
Was schützt dich vor Überlastung in der Begleitung Sterbender?
Sterbebegleitung trägst du nicht allein: Sie ist Teamaufgabe. Du hältst inne, wenn jemand stirbt, sprichst über Belastendes in Fallbesprechung oder Supervision und holst dir Hilfe, wenn du an deine Grenzen kommst.