Aspiration und Ersticken: Erste Hilfe
تدرّب على الحالةHerr Aydın — das Schlucken: erkennen, helfen, unterstützenAspiration
Bei einer Aspiration gelangen Fremdkörper, Nahrung oder Flüssigkeit über die Trachea in die Lunge. Bei einer Penetration dringen sie in den Kehlkopf ein, bleiben aber oberhalb der Stimmbänder.
Gefährdet sind vor allem:
- alle Menschen mit einer Schluckstörung
- körperlich geschwächte Menschen und Menschen mit eingeschränktem Bewusstsein
- Menschen, die intubiert waren oder länger nichts gegessen haben
- Menschen mit neurologischen Erkrankungen wie Schlaganfall oder Myasthenia gravis
- desorientierte, alte Menschen
- Menschen, die oft erbrechen; auch bei Regurgitation besteht Aspirationsgefahr. Regurgitation heißt: Magensaft strömt in die Mundhöhle zurück.
- Menschen, deren Mageneingang nicht verschließt oder deren Magen überfüllt ist
- Menschen ohne Hustenreflex
- Frühgeborene
Die Aspirationsgefahr wird oft unterschätzt. Wer zu früh wieder isst, dem drohen Ersticken und Aspirationspneumonie als lebensbedrohliche Folgen.
Folgen: Wenn der Hustenreflex erhalten ist, lösen Fremdkörper in den Atemwegen Husten aus. Wenn das Aushusten nicht gelingt, kann ein größerer Fremdkörper die Luftröhre verlegen. Der Mensch bekommt keine Luft, es droht Ersticken. Wenn kleinere Teile bis in die Lunge gelangen, wird das Gewebe dort geschädigt. Es reagiert mit einer Entzündung: einer Aspirationspneumonie. Sie kann bei alten und kranken Menschen schwer verlaufen und endet oft tödlich. Besonders gefährlich ist aspiriertes Erbrochenes. Verdauungsenzyme und Magensäure greifen die Bronchialschleimhaut stark an. Bei einer stillen Aspiration gelangt zum Beispiel Magensekret im Schlaf in die Atemwege, ohne dass es auffällt. Ein anderes Beispiel ist Speichel bei der Narkoseeinleitung oder -ausleitung. Für nosokomiale und ventilatorassoziierte Pneumonien ist die Aspiration ein zentraler Risikofaktor. Wegen der Gefahr einer Aspirationspneumonie kann der Arzt nach einer Fremdkörperaspiration eine Antibiotikatherapie verordnen. Nach einer unerkannten Fremdkörperaspiration können chronisch rezidivierende Pneumonien oder Bronchiektasen entstehen.
Aspirationsprophylaxe heißt: Maßnahmen, die verhindern, dass Nahrung oder andere Fremdkörper in die Luftröhre (Trachea) eindringen.
- Essen und Trinken immer in sitzender Position, mit erhöhtem Oberkörper. Nach dem Essen bleibt der Oberkörper noch etwa 30 Minuten erhöht.
- beim Essen und Trinken anwesend sein, den Menschen nicht allein lassen und ihn bei Bedarf anleiten
- in Ruhe essen lassen, genug Zeit geben, nicht drängen
- Speisen und Getränke individuell passend auswählen, trockene Speisen vermeiden
- Mundhygiene vor dem Essen, damit die Mundschleimhaut feucht ist, und danach, um Essensreste zu entfernen
- ein Absauggerät bereithalten: Vor dem Essen entfernst du damit Sekret aus dem Mund, nach dem Essen eventuell Speisereste. Das soll eine nachträgliche Aspiration verhindern.
- Säuglinge lässt du in aufrechter Haltung aufstoßen. Das soll eine Aspiration von Nahrung vermeiden.
Die orale Ernährung hält der Mensch so lange wie möglich aufrecht oder beginnt sie so früh wie möglich wieder. Wer oral isst, ist in der Regel wacher. Bei Dysphagie mit Aspirationsrisiko wird abgewogen, ob die orale Ernährung eingestellt wird, dann für möglichst kurze Zeit. Manchmal ist eine strikt flache Lage ärztlich verordnet, zum Beispiel bei Wirbelsäulenverletzungen. Dann isst der Mensch in Seitenlage. Für ältere Menschen im Krankenhaus werden drei Kernelemente empfohlen, vor allem bei Schlaganfall oder nach Operationen. Das sind regelmäßige Mundpflege, Medikamente und Schlucktraining. Die Medikamente sind Protonenpumpenhemmer und H2-Blocker. Zusammen führen sie zu einer gesünderen Mundflora, zu weniger Aspiration und zu deutlich weniger nosokomialen Pneumonien.
Wenn ein Erwachsener erstickt, gehst du so vor:
- Erkennen
Verdacht auf Ersticken besteht, wenn ein Mensch plötzlich nicht mehr sprechen kann, vor allem beim Essen. Frag ihn: „Ersticken Sie?“ Weitere Zeichen sind Stridor, Zyanose und Unruhe oder Panik. Oft kann sich der Mensch aber mitteilen, zum Beispiel, indem er auf den Hals deutet.
- Husten
Ermutige ihn zu husten.
- Rückenschläge
Wenn er nicht husten kann oder der Husten nichts bringt, gibst du bis zu 5 dosierte Rückenschläge. Dabei ist er nach vorn gebeugt, und du schlägst zwischen die Schulterblätter.
- Bauchstöße
Wenn die Rückenschläge ohne Wirkung bleiben, gibst du bis zu 5 Bauchstöße (Heimlich-Manöver). Dafür umfasst du ihn mit beiden Armen von hinten, unterhalb des Brustbeins auf Höhe des Magens. Dann drückst du ihn ruckartig gegen deinen Körper. Wenn die Verlegung danach nicht gelöst ist, wechselst du zwischen 5 Rückenschlägen und 5 Bauchstößen. Das machst du, bis die Verlegung gelöst ist oder der Mensch nicht mehr reagiert.
- Notruf und Reanimation
Setz den Notruf ab. Wenn der Mensch nicht mehr reagiert, beginnst du mit der Reanimation.
Such nie blind mit den Fingern nach dem Fremdkörper, es besteht Verletzungsgefahr. Wenn du den Fremdkörper im Rachen siehst, darfst du versuchen, ihn mit der Hand oder einer Magill-Zange zu entfernen.
Nach jeder Aspiration wird der Arzt informiert. Nach Bauchstößen oder Thoraxkompressionen soll der Mensch ärztlich untersucht werden, weil Komplikationen und Verletzungen auftreten können.
Wenn ein Erwachsener erstickt: zum Husten ermutigen, dann bis zu 5 Rückenschläge, dann bis zu 5 Bauchstöße, im Wechsel. Notruf absetzen. Wenn er nicht mehr reagiert, beginnst du mit der Reanimation.
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Welche Maßnahmen gehören zur Aspirationsprophylaxe?
Essen und Trinken nur sitzend, mit erhöhtem Oberkörper; beim Essen anwesend sein, nicht allein lassen; Zeit lassen, nicht drängen; passende Speisen, keine trockenen Speisen; Mundhygiene vor und nach dem Essen; Absauggerät bereithalten; Säuglinge aufrecht aufstoßen lassen
In welcher Reihenfolge hilfst du einem Erwachsenen, der erstickt?
Wenn ein Erwachsener erstickt: zum Husten ermutigen, dann bis zu 5 Rückenschläge, dann bis zu 5 Bauchstöße, im Wechsel. Notruf absetzen. Wenn er nicht mehr reagiert, beginnst du mit der Reanimation.