Insulin injizieren mit dem Insulin-Pen

Im Fall übenHerr Aydın, 77 — der Morgen mit dem Pflegedienst
Pflege-Wissen

Insulin injizieren

Frau L. hat sich seit Jahren in dieselbe Stelle am Bauch gespritzt. Dort tastest du eine weiche Verdickung.

Insulin spritzt du mit einem Insulin-Pen oder einer Insulinspritze. Pens enthalten meist U100-Insulin (100 IE/ml). Es gibt auch U200 und U300. Stechampullen für Spritzen gibt es als U40 und U100.

Lagerung: Den Vorrat lagerst du im Kühlschrank bei ca. 2–8 °C. Gefrieren darf Insulin nicht. Mit Namen beschriftet, kann ein Pen in Gebrauch bei Zimmertemperatur liegen, zum Beispiel auf dem Nachtschrank. Er hält dann 4 Wochen. Sinnvoll ist es, auf dem Pen das Anbruchsdatum zu vermerken.

Einstichstellen:

  • Bauch, Oberschenkel oder Gesäß, also Orte mit viel Fettgewebe
  • sinnvoll: in den Bauch das kurzwirksame Insulin, weil es dort schnell aufgenommen wird; in den Oberschenkel das langwirksame, weil es dort langsam aufgenommen wird
  • in den Oberarm sollte nicht gespritzt werden, dort sind hauptsächlich Muskeln
  • in Verhärtungen, Wunden oder Blutergüsse sollte niemals gespritzt werden
  • Einstichstellen regelmäßig wechseln. Sonst können sich Fettgeschwüre (Lipohypertrophien) bilden. Sie behindern die Insulinaufnahme, die Wirkung wird unberechenbar.

Mit dem Pen:

  1. Vorbereiten

    Du beachtest die 10-R-Regel. Du desinfizierst deine Hände und die Einstichstelle und ziehst Handschuhe an. Du prüfst, ob der Pen noch genug Insulin enthält. Trübes Insulin schwenkst du 20-mal.

  2. Kanüle

    Du nimmst die Schutzkappe ab und schraubst eine Kanüle auf. Als Pflegefachperson solltest du Sicherheitskanülen verwenden. So sinkt das Risiko einer Stichverletzung.

  3. Entlüften

    Du stellst 2–4 IE am Drehrad ein. Den Pen hältst du mit der Kanüle nach oben und drückst den Dosierknopf. Dabei sollte Insulin aus der Kanüle austreten.

  4. Dosis

    Du stellst die verordnete Menge Insulin am Drehknopf ein.

  5. Spritzen

    Bei schlanken Menschen bildest du eine Hautfalte. Bei normal- und eher übergewichtigen Menschen ist das nicht nötig. Du stichst senkrecht ein. Mit dem Daumen drückst du den Dosierknopf bis zum Anschlag. Dann wartest du ca. 10 Sekunden, damit kein Insulin aus dem Stichkanal fließt.

  6. Abschluss

    Die Kanüle entsorgst du im Abwurfbehälter. Du dokumentierst die Injektion, die Art des Insulins und die Zahl der Einheiten. Nach Mahlzeiteninsulin muss der Mensch essen: bei Normalinsulin nach 20–30 Minuten, bei kurzwirksamen Insulinanaloga direkt danach.

U40 und U100

Spritzt du mit einer Spritze, nimmst du unbedingt die Spritze, die zur Konzentration passt. U100-Insulin ist im Vergleich zu U40-Insulin 2,5-mal so konzentriert. Bei gleicher Menge ziehst du sonst eine viel höhere Dosis auf und löst eine Hypoglykämie aus.

Faustregel

Bauch für kurzwirksames, Oberschenkel für langwirksames Insulin, Einstichstellen wechseln, in Verhärtungen, Wunden oder Blutergüsse sollte nie gespritzt werden. Pen: entlüften mit 2–4 IE, Dosis einstellen, senkrecht spritzen, 10 Sekunden warten, dokumentieren.

Teste dich selbst

Wie lange hält ein Insulin-Pen in Gebrauch bei Zimmertemperatur?

4 Wochen. Sinnvoll ist es, auf dem Pen das Anbruchsdatum zu vermerken. Den Vorrat lagerst du im Kühlschrank bei ca. 2–8 °C.

Warum wechselst du die Einstichstellen beim Insulinspritzen?

Bauch für kurzwirksames, Oberschenkel für langwirksames Insulin, Einstichstellen wechseln, in Verhärtungen, Wunden oder Blutergüsse sollte nie gespritzt werden. Pen: entlüften mit 2–4 IE, Dosis einstellen, senkrecht spritzen, 10 Sekunden warten, dokumentieren.

Im Fall übenHerr Aydın, 77 — der Morgen mit dem Pflegedienst