Position zum Essen
Im Fall übenFrau Hartmann — Essen und Trinken am Tisch: wählen, sitzen, anreichen, trinkenPosition zum Essen
Zum Essen und Trinken setzt sich jeder gesunde Mensch hin. Eine aufrechte Haltung unterstützt den physiologischen Weg der Nahrung durch die Speiseröhre und verhindert ein Verschlucken. Im Bett fällt aufrechtes Sitzen viel schwerer als auf einem Stuhl oder Sessel. Schon deshalb sollten alle Menschen zum Essen das Bett verlassen, wenn keine Bettruhe angeordnet ist.
Grundsätze:
- Unterstütze den Menschen nur so weit, wie er es braucht.
- Sag dem Menschen, was du vorhast.
- Die Position bleibt stabil, durch den Menschen selbst oder mit Hilfsmitteln.
- Den Tisch oder Nachttisch vorher wischdesinfizieren.
- Das Essen so hinstellen, dass er es gut sieht und gut herankommt.
- Danach dokumentieren: Menge, Vorlieben, Essverhalten, Besonderheiten.
Am Tisch: Entferne Stolperfallen auf dem Weg zum Tisch und stelle bei Bedarf Hilfsmittel wie Rollstuhl oder Gehwagen bereit. Die Beine stehen fest auf dem Boden, in einem Winkel von 90°. Das Gesäß sitzt tief im Stuhl, und der Rücken liegt ganz an der Lehne. Der Tisch hat die passende Höhe, sodass er die Arme aufstützen kann. Bevor du das Zimmer verlässt, legst du die Klingel in Reichweite. Sag ihm, dass er sich bei Unwohlsein melden soll.
An der Bettkante: Hier sitzt ein Mensch nur, wenn seine Rumpfmuskulatur ausreichend stabil ist. Eine schwache Rumpfmuskulatur erkennst du daran, dass der Mensch den Rücken stark krümmt und mit dem Rumpf nach vorn fällt. Dann arbeitest du unbedingt mit Sitzwürfeln: einer im Rücken, zwei als Armlehnen. Die Füße haben vollständig Kontakt mit dem Boden. Biete regelmäßig Getränke an, damit er ausreichend Flüssigkeit aufnimmt. Hilf ihm bei Bedarf bei der Mundhygiene. Manche Menschen sind kognitiv beeinträchtigt oder stark bewegungseingeschränkt, zum Beispiel mit fehlender Rumpfkontrolle oder Hemiplegie. Bei ihnen darfst du aus Sicherheitsgründen nicht aus dem Zimmer gehen. Geht das nicht, isst der Mensch sitzend im Bett.
Sitzend im Bett: Hilf ihm zuerst, sich kopfwärts zu bewegen. Bring das Bett in eine aufrechte Sitzposition von etwa 70°. Das senkt das Risiko einer Aspiration und erleichtert die Verdauung. Der Oberkörper knickt im Hüftbereich ab, nicht in Höhe der Brust. Das Hauptgewicht liegt auf den Sitzbeinhöckern und dem Steißbein, nicht auf der Sakralgegend. Ein abgesenktes Fußteil oder ein Kissen unter den Knien unterstützt die Position. Den „Knieknick“ mit abgesenktem Fußteil stellst du ein, wenn es möglich ist: Er kommt dem Sitzen näher und ist angenehmer. Ein Kissen an den Füßen gibt Halt, damit er nicht herunterrutscht. Bei Bedarf nutzt du Lagerungshilfsmittel, damit er stabil und sicher sitzt. Rutscht er herunter, kann ein zusammengerolltes Handtuch um das Gesäß als „Rutschbremse“ dienen. Der Kopf ist leicht nach vorn geneigt.
Liegend: Muss ein Mensch im Liegen essen, ist es auf der linken Seite meist angenehmer. Dort liegt der Magenkorpus. So hat die Speise im Magen Platz, in seiner großen Kurvatur, und drückt nicht auf den unteren Ösophagussphinkter. Deshalb wird dem Menschen seltener übel. Denk an die Händigkeit: Auf der linken Seite kann er fast nur mit der rechten Hand greifen. Für Linkshänder oder Menschen, die rechts bewegungseingeschränkt sind, kann das schwierig werden. Wenn eine strikt flache Lage verordnet ist, etwa bei einer Wirbelsäulenverletzung, isst er in Seitenlage.
Nach dem Essen bleibt der Oberkörper zur Aspirationsprophylaxe noch etwa 30 Minuten erhöht. Das schützt auch vor einem Reflux. Wenn der Oberkörper länger als 30 Minuten hoch bleibt, steigen auf Sitzbeinen und Steiß die Spitzendrücke. Zur Dekubitusprophylaxe braucht es dann Mikrolagerungen.
Auf keinen Fall isst oder trinkt ein Mensch auf dem Rücken liegend. Die Aspirationsgefahr ist dabei viel zu hoch.
Zum Essen sitzt der Mensch so aufrecht wie möglich, am besten am Tisch, im Bett mit etwa 70°. An die Bettkante sollte nur, wer eine ausreichend stabile Rumpfmuskulatur hat. In Rückenlage wird nie gegessen. Danach bleibt der Oberkörper noch etwa 30 Minuten erhöht.
Teste dich selbst
Welche Position zum Essen ist richtig?
am Tisch: Füße im 90°-Winkel am Boden, Rücken angelehnt, Gesäß tief im Stuhl; an der Bettkante: nur bei stabiler Rumpfmuskulatur, sonst Sitzwürfel; bei Risiko das Zimmer nicht verlassen; im Bett: aufrecht, etwa 70°, Knick in der Hüfte, Kopf leicht nach vorn; liegend: meist links angenehmer; nie in Rückenlage (Aspirationsgefahr); danach etwa 30 Minuten erhöht
Warum darf ein Mensch nie in Rückenlage essen, und wer darf an der Bettkante essen?
Zum Essen sitzt der Mensch so aufrecht wie möglich, am besten am Tisch, im Bett mit etwa 70°. An die Bettkante sollte nur, wer eine ausreichend stabile Rumpfmuskulatur hat. In Rückenlage wird nie gegessen. Danach bleibt der Oberkörper noch etwa 30 Minuten erhöht.