Thema

Körperpflege

Situationen

Herr Aydın — das Risiko erkennen: Screening, Faktoren, Stellen„Schätz bei ihm das Dekubitusrisiko ein.“ Herr Aydın, 77, hatte vor drei Tagen einen Schlaganfall. Und er kann dir nicht sagen, wo es drückt.Herr Aydın — die Haut beurteilen: Fingertest, Kategorien, Abgrenzung„Sag mir, was das ist. Und was es nicht ist.“ Eine Rötung über dem Kreuzbein, ein Schorf an der Ferse, eine zweite rote Stelle in der Gesäßfalte.Frau Goldberg — der Morgen im betreuten Wohnen: Gewohnheiten, Würde, Ohren, Waschbecken, Haut„Nicht er!“ Frau Goldberg, 88, sieht und hört schlecht und wohnt seit zwei Wochen im betreuten Wohnen. Heute Morgen will sie sich nicht von deinem Kollegen waschen lassen.Paul — Zähne putzen und anziehen: selbst machen lassen, KAI, Technik, Mund, Ankleiden„Fertig! Allein!“ Paul, 13, hat eine Trisomie 21 und liegt mit einer Lungenentzündung in der Kinderklinik. Seine Zähne putzt er am liebsten selbst, nach einer halben Minute ist er fertig.

Wissen zum Nachlesen

Inhalt · 10 Bausteine
  1. Aufbau der Haut
  2. Gewohnheiten erfragen
  3. Würde und Initialberührung
  4. Augen, Ohren, Nase
  5. Teilwäsche am Waschbecken
  6. Haut beobachten
  7. Zähneputzen
  8. Die Putztechnik
  9. Den Mund beobachten
  10. An- und Auskleiden
Pflege-Wissen

Aufbau der Haut

Frau Goldberg zeigt auf ihre Hände: „Früher war meine Haut viel glatter.“
Hautblock im Querschnitt: oben die Oberhaut (Epidermis) mit Haaren, darunter die Lederhaut (Dermis) mit Drüsen und Gefäßen, die bis an die Grenze zur Oberhaut reichen, unten die Unterhaut (Subkutis) mit Fettgewebe. Nummerierte Punkte, die Bezeichnungen stehen als Legende darunter.1234
  1. 1 Oberhaut (Epidermis)
  2. 2 Lederhaut (Dermis)
  3. 3 Unterhaut (Subkutis) mit Fettgewebe
  4. 4 Gefäße an der Grenze Oberhaut/Lederhaut

Kein Organ des Körpers ist größer als die Haut. Vor äußeren Einflüssen zu schützen, ist eine ihrer wichtigsten Aufgaben:

  • Schutz vor Unterkühlung bzw. Überwärmung
  • Schutz vor Austrocknung
  • Schutz für Strukturen, die darunter liegen, etwa die Gefäße
  • Schutz davor, dass Krankheitserreger eindringen
  • Schutz vor Strahlung, etwa Sonnenstrahlung, oder vor Chemikalien

Außerdem dient die Haut der Wahrnehmung von Berührung, Druck und Temperatur.

Die Haut besteht aus drei Schichten:

  • Oberhaut (Epidermis): ein mehrschichtiges, verhornendes Plattenepithel. Ihre Zellen heißen hornbildende Zellen (Keratinozyten). Wenn sie absterben, bilden sie die Hornschicht.
  • Lederhaut (Dermis): Sie besteht aus Bindegewebe und macht die Haut fest und elastisch. In ihr liegen die meisten Sinnesrezeptoren.
  • Unterhaut (Subkutis): Ihr größter Anteil ist Fettgewebe.

Oberhaut und Lederhaut heißen zusammen Kutis.

Kleine Arterien und Venen versorgen die Haut. Sie reichen bis dorthin, wo Oberhaut und Lederhaut aneinandergrenzen. Dort bilden sie ein ausgedehntes Gefäßnetz. Eigene Gefäße hat die Oberhaut nicht: Sie wird über dieses Gefäßnetz mitversorgt. Das Gefäßnetz dient auch der Regulation des Wärmehaushalts.

Dekubitusprophylaxe

Bei Druck auf die Haut werden an dieser Stelle Blutgefäße abgedrückt, und zwar in der Lederhaut und im subkutanen Gewebe. Die Haut wird dort schlechter durchblutet. Wenn die Minderdurchblutung länger anhält, kann die Haut geschädigt werden (Dekubitus).

Mit dem Alter kann die Haut immer weniger Wasser binden. Deshalb verliert sie an Elastizität, und es bilden sich Falten. Auch eine übermäßige Lichtexposition kann dafür verantwortlich sein.

Faustregel

Die Haut hat drei Schichten: Oberhaut, Lederhaut, Unterhaut. Die Gefäße reichen bis dorthin, wo Oberhaut und Lederhaut aneinandergrenzen. Drückt etwas lange auf die Haut, werden sie abgedrückt.

Pflege-Wissen

Gewohnheiten erfragen

Herr Yılmaz lehnt den Waschlappen ab. In der Übergabe steht: „verweigert die Grundpflege“.

Vielleicht verweigert er gar nichts. Für die Körperpflege bevorzugen Musliminnen und Muslime fließendes Wasser; die Pflege mit einem Waschlappen entspricht dieser Praxis nicht. Bei bettlägerigen Menschen genügen dafür eine Waschschüssel und ein Krug oder Messbecher.

Auch sonst kann die Gewohnheit anders sein, als du sie kennst. Vor dem Gebet wäscht sich ein gläubiger Mensch rituell — unterschieden werden die kleine Waschung von Gesicht, Händen, Armen und Füßen und die große Waschung des ganzen Körpers. Nach dem Toilettengang wird mit Wasser gereinigt. Im Judentum sind Waschungen ebenfalls ein religiöses Ritual, und die Hände werden häufig gewaschen: vor dem Essen, morgens, vor dem Gebet.

Zwei Dinge ändern deine Handgriffe unmittelbar:

  • Der Intimbereich ist weiter gefasst, als du vielleicht denkst: bei Frauen vom Hals bis zu den Oberschenkeln, bei Männern zwischen Nabel und Knien. Diese Bereiche bleiben bei der Grundpflege bedeckt.
  • Möglichst übernimmt eine gleichgeschlechtliche Pflegeperson — und wenn Angehörige die Körperpflege übernehmen wollen, passt du dich an und bestehst nicht darauf, dass sie direkt morgens stattfindet.
Faustregel

Du fragst, wie er es gewohnt ist — du nimmst es nicht an.

Pflege-Wissen

Würde und Initialberührung

Du legst einer Bewohnerin mit fortgeschrittener Demenz den nassen Waschlappen ins Gesicht. Sie zuckt zusammen und schlägt die Hand weg.

Sich nicht selbst waschen können, von anderen abhängig sein — das kann das Selbstwertgefühl treffen und Hilflosigkeit auslösen. Der Mensch hat ein Recht auf Selbstbestimmung. Deine Aufgabe ist, seine Selbstständigkeit und sein Selbstvertrauen zu erhalten und zu fördern.

  • Vor jeder Maßnahme holst du das Einverständnis ein.
  • Du sagst an, welche Körperstelle du berührst, und erklärst dein Vorgehen. Dabei nutzt du die korrekten Begriffe — zum Beispiel Vulva bei der Intimpflege.
  • Du schließt Türen, Vorhänge oder Jalousien, damit niemand von außen hineinsehen kann.
  • Wenn möglich, übernimmt eine gleichgeschlechtliche Pflegefachperson die Körperpflege.

Kann sich jemand nicht mehr zu seinen Wünschen äußern, kündigst du jede Körperstelle zuerst mit einer Berührung an — zum Beispiel führst du seine eigene Hand zum Gesicht, bevor der Waschlappen kommt. Das ist die Initialberührung.

Faustregel

Kann sich jemand nicht mehr äußern, kündigst du jede Berührung zuerst mit der Hand an — die Initialberührung —, bevor der Waschlappen kommt.

Pflege-Wissen

Augen, Ohren, Nase

Auf dem Nachttisch liegen Wattestäbchen. Ein Angehöriger meint es gut und reinigt damit die Ohren seines Vaters.

Bei gesunden Menschen genügen klares Wasser und ein sauberer Waschlappen: Wimpern, Tränenflüssigkeit und Augenlider schützen und reinigen die Augen selbst; das Ohr reinigt sich durch das Ohrenschmalz; die Nase säubert sich, wenn die Schleimhäute feucht genug bleiben. Spezielle Pflege brauchen die Sinnesorgane erst unter bestimmten Bedingungen.

Augen — spezielle Augenpflege, wenn der Lidschlag fehlt: bei Sedierung, Bewusstlosigkeit, Fazialislähmung oder unter einem Uhrglasverband; sonst trocknet die Hornhaut aus. Du reinigst das geschlossene Auge von außen nach innen — das ist die physiologische Fließrichtung der Sekrete — mit Kochsalzlösung (NaCl 0,9 %, raumwarm) und weichen, sterilen Kompressen, ohne zu reiben; jede Kompresse benutzt du nur einmal und für jedes Auge eine frische, damit keine Infektion vom einen Auge aufs andere wandert. Jede Entzündung des Auges gehört augenärztlich abgeklärt: Unbehandelt können einige zum Verlust des Augenlichts führen.

Ohren — Ohrmuschel und äußeren Gehörgang wäschst du mit Waschlappen und klarem, warmem Wasser; weder Wasser noch Seife dürfen ins Ohr. Ohrenschmalz (Zerumen) entfernst du vorsichtig am Gehörgang, pro Ohrmuschel ein eigenes Wattestäbchen; den gestreckten Mittelfinger stützt du dabei am Kopf ab — so kann das Stäbchen höchstens bis zum Finger geraten. Hartnäckige Ceruminalpfropfen werden nur nach ärztlicher Anordnung aufgelöst und ausgespült. Für Säuglinge nimmst du gezwirbelte Zellstofftupfer oder Sicherheits-Wattestäbchen.

Nase — Neugeborene und Säuglinge sind Nasenatmer, eine freie Nase ist für sie besonders wichtig; ihr Sekret entfernst du mit einem gedrehten Zellstofftupfer mit NaCl 0,9 %, denn ein Watteträger würde das kleine Nasenloch ausfüllen und das Sekret nur weiter hineinschieben. Bei Sauerstofftherapie trocknet die Nasenschleimhaut aus und das Flimmerepithel wird geschädigt — deshalb reinigst und befeuchtest du mit steriler Kochsalzlösung und Nasensalbe und kontrollierst bei Sauerstoffbrille oder Nasensonde regelmäßig auf Druckstellen. Borken weichst du mit NaCl 0,9 % auf und reinigst jedes Nasenloch mit einem Watteträger: in der Mitte leicht drehend hinein, an der Nasenwand entlang leicht drehend heraus.

Nie — und sofort

Ein Wattestäbchen darf nie in den Gehörgang: Es drückt das Zerumen nur tiefer hinein, verschlechtert auf Dauer das Hörvermögen, und die Verletzungsgefahr für Gehörgang und Trommelfell ist groß. Fließt aus dem Ohr Blut, Eiter oder eine klare Flüssigkeit — das kann Liquor sein —, deckst du es steril mit Kompressen ab und benachrichtigst sofort den Arzt.

Faustregel

Augen von außen nach innen, bei einer Infektion oder einem sedierten Menschen eine frische Kompresse pro Auge; nie ein Wattestäbchen in den Gehörgang; die Nase unter Sauerstoff feucht halten — Blut, Eiter oder klare Flüssigkeit aus dem Ohr sind sofort ein Arztfall.

Pflege-Wissen

Teilwäsche am Waschbecken

Frau B. wurde vorgestern operiert. Heute fragt sie, ob sie sich am Waschbecken waschen darf.

Meist ist die Körperpflege am Waschbecken möglich — und sie ist mehr als Hygiene: Für den Menschen ist das Waschen am Waschbecken ein Zeichen, dass es ihm wieder besser geht. Deshalb unterstützt du ihn, so früh wie möglich dorthin zu kommen; Mobilisation und Körperpflege werden so sinnvoll verknüpft. Diese Hilfe für teilweise selbstständige Menschen heißt Teilwäsche. Sie ist häufig bei älteren Menschen und in der postoperativen Phase nötig.

Vor dem Weg ins Bad:

  • ggf. die Vitalzeichen kontrollieren.
  • an die Bettkante mobilisieren, die Beine berühren den Boden — dann nach dem Befinden fragen (Schwindel?).
  • rutschfestes Schuhwerk anziehen, Hilfsmittel wie Rollator oder Toilettenstuhl bereitstellen.
  • im Bad anbieten, Blase und Darm zu entleeren.

Bei der Mobilisation beobachtest du auf Zeichen der Kreislaufschwäche: Blässe, kalter Schweiß, Schwindelgefühl. Am Waschbecken bekommt der Mensch einen stabilen Stuhl mit Armlehnen, abgedeckt mit Handtuch oder Einmalunterlage. Du prüfst, dass Sonden, Drainagen und Kathetersysteme sicher angebracht sind und dass er alle Utensilien erreicht — ist der Spiegel einsehbar? Er wäscht sich so weit wie möglich selbst; viele brauchen Unterstützung nur beim Rücken, beim Waschen wie beim Abtrocknen. Hautfalten prüfst du dabei auf Rötungen.

Allein lassen

Du darfst den Menschen am Waschbecken nur allein lassen, wenn er kreislaufstabil und orientiert ist und keine Sturzgefahr besteht — und die Patientenrufanlage in Reichweite liegt.

Für die Intimpflege am Waschbecken sollte der Mensch sicher stehen können; spätestens für Gesäß, Anus und Analfalte sollte er sich hinstellen können. Sonst machst du sie in Absprache mit ihm vorher im Bett. Du stellst dich seitlich neben ihn — das mindert das Schamgefühl. Vorher wechselst du die Handschuhe, desinfizierst dazwischen die Hände und befeuchtest mit fließendem Wasser — so verschleppst du keine Keime.

Zum Schluss: Der Boden ist trocken (Rutschgefahr), Stolperfallen sind weg, du fragst nach dem Befinden. Bei Unwohlsein reagierst du je nach Situation: den Blutdruck messen, zurück ins Bett mobilisieren oder einen Arzt verständigen. Teilwaschung heißt auch: nur einen Teil des Körpers waschen. Das kann sinnvoll sein, wenn ein Mensch zu müde oder erschöpft ist — eine pflegerische Förderung wird dann schnell sinnlos.

Faustregel

Ans Waschbecken, sobald es geht — das ist ein Zeichen der Besserung; allein bleibt dort nur, wer kreislaufstabil und orientiert ist und die Rufanlage erreicht, und die Intimpflege nur, wer sicher steht.

Pflege-Wissen

Haut beobachten

Beim Waschen fällt dir auf, dass die Haut deiner Patientin sich anders anfühlt als gestern. Trocken, wenig elastisch. Du willst wissen, ob das etwas bedeutet.

So sieht gesunde Haut aus:

  • rosig
  • gut durchblutet und damit warm
  • elastisch
  • trocken
  • intakt

Eine regelmäßige, sorgfältige Hautbeobachtung sorgt dafür, dass dir Veränderungen früh auffallen und du angemessen darauf reagieren kannst.

Die Spannung der Haut heißt Hautturgor. Am Handrücken kannst du sie einfach prüfen: Hebst du eine Falte an und bleibt sie stehen, ist das bei jüngeren Menschen ein Zeichen für Austrocknung, eine Dehydratation.

Bei alten Menschen trägt dieser Test nicht — ihre Haut bleibt oft auch ohne Austrocknung in Falten stehen. Den Hautturgor darfst du bei älteren Menschen nicht zur Beurteilung des Flüssigkeitsstatus verwenden.

Faustregel

Rosig, warm, elastisch, trocken, intakt — das ist gesunde Haut. Ihre Spannung, den Hautturgor, prüfst du am Handrücken. Bei alten Menschen verwendest du ihn nicht zur Beurteilung des Flüssigkeitsstatus.

Pflege-Wissen

Zähneputzen

Ein Bewohner hält dir die Zahnbürste hin. Du putzt kurz über die Vorderseite, spülst nach und bist in 30 Sekunden fertig. Drei Handgriffe davon waren falsch.

Die Zähne solltest du zweimal täglich putzen — nach dem Frühstück und vor dem Schlafengehen —, jeweils mindestens 2 Minuten, mit einer Zahnbürste (elektrisch ist besser) und fluoridhaltiger Zahnpasta.

Du putzt mit leichten rüttelnden oder kreisenden Bewegungen, von Rot nach Weiß, je 1 bis 2 Zähne auf einmal, mit leichtem Druck. Die KAI-Systematik gibt dir die Reihenfolge vor:

  • erst die Kauflächen,
  • dann die Außenflächen,
  • dann die Innenflächen.

Nach dem Putzen ausspucken lassen — aber nicht den Mund ausspülen. Nur so bleibt die schützende Wirkung des Fluorids erhalten.

Zahnpflege ist meist etwas unangenehm — deshalb solltest du vor allem sanft und dabei zügig vorgehen. Dabei solltest du fortwährend erklären, was gerade passiert. Trotzdem lässt du so viel wie möglich selbst machen: Das fördert seine Ressourcen.

Faustregel

Zweimal täglich, zwei Minuten, nach der KAI-Systematik: erst Kauflächen, dann außen, dann innen. Ausspucken, Ausspülen ist nicht nötig.

Pflege-Wissen

Die Putztechnik

„Fester schrubben bringt mehr“, sagt ein Bewohner und drückt die Bürste ins Zahnfleisch. Es blutet.
  • Du putzt im 45°-Winkel nach der Rot-Weiß-Technik — Zahninnenseiten, Zahnaußenseiten, Zahnhälse und Kauflächen — mit einer weichen Bürste; sie verhindert Zahnfleischbluten. Die Zahnbürste drückst du dabei nur mit etwa 150 Gramm an.
  • Die Zahnpasta sollte einen RDA-Wert zwischen 40 und 80 haben. RDA steht für Radioactive Dentin Abrasion und ist ein Maß für die Abriebstärke.
  • Die Zunge reinigst du von hinten nach vorne, von dorsal nach ventral.
Faustregel

45 Grad, 150 Gramm Druck — mehr braucht die Zahnbürste nicht.

Pflege-Wissen

Den Mund beobachten

Du hältst die Taschenlampe in den Mund einer Bewohnerin. Auf der Zunge liegt ein weißlicher Belag, der sich nicht wegwischen lässt.
  • Rosa, feucht und glänzend — so sieht eine gesunde Mundschleimhaut aus — ohne Aphthen, Risse, Blutungen oder Druckstellen, zum Beispiel durch eine Zahnprothese.
  • Eine gesunde Zunge ist feucht und leicht matt, ohne Beläge oder Borken. Ein weißlicher Belag kann ein Hinweis auf Soor sein, einen Befall der Schleimhaut mit Hefepilzen — Candida-Mykosen.
  • Gesunde Zähne sind glatt und hellgelb bis weiß. Das Zahnfleisch ist intakt, blutet nicht und bedeckt die Zahnwurzel vollständig. Gesunde Lippen sind rosig und feucht, in den Mundwinkeln ohne Rhagaden, also ohne Risse.
Faustregel

Rosa, feucht, glänzend, ohne Risse — das ist ein gesunder Mund.

Pflege-Wissen

An- und Auskleiden

Ein Patient kommt zur Aufnahme. Im Schrank hängt seine eigene Kleidung — trotzdem greift jemand zum Patientenhemd.

Die eigene Kleidung bevorzugst du, wenn es geht — auch im Krankenhaus wählt der Mensch sie selbst: Nachthemd, Schlafanzug, Jogginganzug oder Alltagskleidung. Ein offenes Patientenhemd ist für Bettlägerige keine Routine; angebracht ist es bei pflegeintensiven Menschen, unmittelbar vor Operationen und Untersuchungen und bei akut Eingelieferten, denen noch niemand Kleidung bringen konnte. Sein Nachteil: Man fühlt sich nicht vollständig bekleidet, das Krankheitsgefühl kann sich verstärken. Auch bettlägerige Menschen tragen eine Unterhose — sie wahrt die Intimsphäre. Schuhe geben sicheren Halt, denn bei der Mobilisation droht ein Sturz.

Den Unterstützungsbedarf beim An- und Auskleiden schätzt du täglich neu ein und stimmst ihn mit dem Menschen ab. Die Reihenfolge bestimmt er. Leichter geht es mit weiter Kleidung, Klettverschlüssen statt Knöpfen und Schuhen mit Reiß- oder Klettverschluss statt Schnürsenkeln.

Worauf du bei der Kleidung achtest:

  • Risiken für Druckstellen vermeiden — Knöpfe, Reißverschlüsse.
  • an die Temperatur anpassen, hautfreundlich.
  • leichte Zugangsmöglichkeiten, zum Beispiel bei dauerhafter Harnableitung oder PEG.
  • Intimsphäre wahren — etwa eine weite Hose, die den Beinbeutel verbirgt.
  • hygienische Anforderungen, zum Beispiel bei infektiösen Hauterkrankungen.
Anziehen
Ausziehen
Betroffene Seite
an der stärker betroffenen Seite beginnen — bei einseitiger Erkrankung, Gipsverband oder Infusion
an der gesunden Seite beginnen, der weniger betroffenen
Oberteil
möglichst aufrecht sitzen lassen; Hals- und Ärmelöffnung weiten
vorne offen: erst einen Arm aus dem Ärmel, hinter dem Rücken durchschieben, dann der zweite Arm; über den Kopf: Oberteil hochschieben, Kopf und Brust beugen lassen, über den Kopf und dann über die Arme
Hose
Becken ein Stück anheben lassen und die Hose unter dem Gesäß durchziehen; geht das nicht, drehst du ihn erst auf die eine, dann auf die andere Seite
genauso — Becken anheben oder auf die Seiten drehen

Beim Ärmel fährst du mit dem eigenen Arm hinein und kommst der Hand des Menschen entgegen — Vorsicht mit intravenösen Zugängen. Du ziehst nie an Fingern oder Zehen; du fasst stattdessen distal am Unterarm oder Unterschenkel an oder umfasst die ganze Hand. Verschlüsse öffnest du zuerst alle, damit du den erkrankten Körperteil möglichst nicht berührst — und nimmst das Öffnen dem Menschen nicht vorschnell ab, es trainiert seine Feinmotorik. Falten in der Kleidung streichst du glatt, sie drücken auf die Haut. Du arbeitest gelenkschonend: Vor allem das Schultergelenk ist bei Fehlbelastung verletzungsgefährdet. Bei Säuglingen und Kindern verzichtest du auf Reißverschlüsse und Knöpfe und weitest Hals- und Ärmelöffnung vorher mit der eigenen Hand.

Faustregel

Eigene Kleidung, der Mensch bestimmt die Reihenfolge; Anziehen an der betroffenen Seite zuerst, Ausziehen an ihr zuletzt — nie an Fingern oder Zehen ziehen.