Ekel und emotionale Dissonanz
Im Fall übenFrau Hartmann — ein Magen-Darm-Infekt im Haus: Ekel, Erbrechen, Diarrhö, Stuhl, StuhlinkontinenzEkel
Dieser Impuls ist normal. Ekel entsteht meist über die Sinne und löst genau das aus: sofortiges Sichabwenden. Gerade am Ausbildungsanfang ist das eine Herausforderung, auch weil dir die Erfahrung fehlt. Zwei Dinge gelten trotzdem:
- Zeigen solltest du ihn nicht, aus Rücksicht auf den anderen: Er ist in einer schambehafteten Situation. Dieses Auseinanderfallen von Fühlen und Zeigen heißt emotionale Dissonanz. Versuchst du, den Ekel zu unterdrücken, verstärkt das die Stressbelastung.
- Wenn du würgen musst, solltest du dich entschuldigen; schämen musst du dich nicht, das ist eine körperliche Reaktion.
Und jetzt kommt das Entscheidende: Genau in diesem Moment darfst du nicht gehen. Lass niemanden allein, während er sich übergibt.
Dein Ekel darf da sein. Während er sich übergibt, gehst du nicht weg.
Teste dich selbst
Herr Kowalski erbricht. Dir wird selbst übel und du willst raus. Was ist richtig?
Ekel ist normal und sollte nicht gezeigt werden (emotionale Dissonanz); Würgen ist eine körperliche Reaktion — entschuldigen, nicht schämen. Aber: nicht allein lassen. Oberkörper erhöht gegen Aspiration, leicht vorgebeugt kommt Erbrochenes besser heraus. Nierenschale griffbereit, aber aus seinem Blickfeld heraus. Danach immer Mundhygiene anbieten.
Herr Kowalski erbricht, dir wird selbst übel. Was tust du mit deinem Gefühl — und was mit ihm?
Dein Ekel darf da sein. Während er sich übergibt, gehst du nicht weg.