Der Pflegeprozess nach Fiechter und Meier

Im Fall übenHerr Brandt — der Auftrag: Pflegeprozess und ABEDL
Pflege-Wissen

Der Pflegeprozess

Herr B., 76, soll nach zehn Tagen im Bett wieder auf die Beine kommen. Deine Praxisanleiterin sagt: „Schreib ihm eine Pflegeplanung.“ Wo fängst du an?

Der Pflegeprozess ist ein Arbeits- und Problemlösungsprozess, der systematisch und zielgerichtet abläuft. Gemeinsam mit dem Pflegeempfänger erhebst du seine individuellen Pflegebedürfnisse und den Pflegebedarf, der sich daraus ableitet. Und du legst fest, welches Ergebnis die Pflege erreichen soll. Die Gestaltung des Pflegeprozesses ist nach § 4 PflBG eine Vorbehaltstätigkeit: Nur Pflegefachpersonen dürfen sie umsetzen.

Im deutschsprachigen Raum ist das 6-schrittige Modell nach Fiechter und Meier verbreitet. Die Schritte bauen aufeinander auf. Du durchläufst sie nacheinander, als Regelkreis:

  1. 1 · Informationssammlung

    Informationen sammeln: über den Menschen und seinen Pflegebedarf.

  2. 2 · Pflegediagnosen und Ressourcen

    Pflegediagnosen (früher: Pflegeprobleme) und Ressourcen des zu Pflegenden erkennen und erfassen.

  3. 3 · Pflegeziele

    Die Pflegeziele festlegen, im Idealfall zusammen mit dem Menschen, den du pflegst.

  4. 4 · Pflegemaßnahmen planen

    Geeignete Pflegemaßnahmen auswählen, mit denen das Pflegeziel erreicht werden soll.

  5. 5 · Durchführung

    Die geplanten Pflegemaßnahmen durchführen.

  6. 6 · Evaluation

    Beurteilen, wie die Pflegemaßnahmen gewirkt haben, und bei Bedarf neu anpassen.

Die Pflege kann nach dem sechsten Schritt beendet sein. Dafür müssen alle Pflegeprobleme zufriedenstellend gelöst sein, und es besteht kein weiterer Pflegebedarf. In der Praxis ist das eher selten. Häufig bestehen Pflegeprobleme weiter. Deshalb durchläufst du den Pflegeprozess meist mehrfach. Jeder Durchlauf baut auf dem Wissen der vorherigen auf.

Faustregel

Nach Fiechter und Meier hat der Pflegeprozess sechs Schritte. Sie bauen als Regelkreis aufeinander auf: Informationssammlung → Pflegediagnosen und Ressourcen → Pflegeziele → Maßnahmen planen → Durchführung → Evaluation.

Teste dich selbst

Deine Praxisanleiterin sagt: „Schreib eine Pflegeplanung.“ In welcher Reihenfolge gehst du vor? Und warum ist der Pflegeprozess ein Regelkreis?

Sechs Schritte, die aufeinander aufbauen: 1 Informationssammlung; 2 Pflegediagnosen (früher: Pflegeprobleme) und Ressourcen erkennen; 3 Pflegeziele festlegen; 4 Pflegemaßnahmen planen; 5 Durchführung; 6 Evaluation Ein Regelkreis, weil nach der Evaluation meist Pflegeprobleme weiterbestehen. Dann wird der Prozess erneut durchlaufen. Die Gestaltung des Pflegeprozesses ist nach § 4 PflBG eine Vorbehaltstätigkeit der Pflegefachpersonen.

Nenne die sechs Schritte des Pflegeprozesses nach Fiechter und Meier in der richtigen Reihenfolge.

Nach Fiechter und Meier hat der Pflegeprozess sechs Schritte. Sie bauen als Regelkreis aufeinander auf: Informationssammlung → Pflegediagnosen und Ressourcen → Pflegeziele → Maßnahmen planen → Durchführung → Evaluation.

Im Fall übenHerr Brandt — der Auftrag: Pflegeprozess und ABEDL