Ernährung bei Rheuma: keine Rheumadiät

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Pflege-Wissen

Ernährung

Frau A. hält dir einen Zeitschriftenartikel hin: „Hier steht, mit dieser Diät wird man das Rheuma los. Kein Getreide, keine Milch, kein Nachtschattengemüse.“

Diese Diät wird ihr schaden, und du darfst das begründen.

Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise für den Nutzen einer speziellen Rheumadiät, und eine Ernährungsform, die die Entzündungsaktivität und damit die Gelenkschäden langfristig entscheidend vermindert, ist bisher nicht bekannt. Diäten mit zahlreichen Verboten sind ausdrücklich abzulehnen: Sie verstärken die bei Rheumapatienten ohnehin nicht seltene Mangelernährung, begünstigen häufig eine Osteoporose und beeinträchtigen die Lebensqualität erheblich.

Als ergänzende Maßnahme kann eine Ernährungsumstellung dagegen durchaus befürwortet werden. Sie kann bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen die Beschwerden lindern und die notwendige Schmerzmittelmenge senken. Sechs sinnvolle Strategien:

  • Übergewicht vermeiden, um die Gelenke zu entlasten, aber auch Untergewicht und Mangelernährung meiden, weil dann das Osteoporoserisiko steigt.
  • auf Vollwertkost umstellen und den Nährstoffbedarf decken.
  • kalziumreich und phosphatarm essen, denn Glukokortikoide und Bewegungsmangel erhöhen das Osteoporoserisiko.
  • wenig Wurst und Fleisch, weil sie Fettsäuren enthalten, die zu entzündungsvermittelnden Botenstoffen umgebaut werden, und bei Milchprodukten fettarme Sorten bevorzugen.
  • hochwertige Öle verwenden und viel Fisch essen, ein Zusatz von Fischöl ist zu erwägen. Die Leitlinie hält fest, dass Omega-3-Fettsäuren Symptome der rheumatoiden Arthritis lindern können.
  • auf individuelle Nahrungsunverträglichkeiten achten und sie ärztlich abklären lassen.

Zwei Dinge kommen dazu, die keine Diät sind, aber am Esstisch entschieden werden. Alkohol sollte selbst bei normalen Leberwerten nicht regelmäßig getrunken werden, weil viele Rheumamedikamente die Leber ohnehin belasten. Und Rauchen: Wer raucht, sollte den Zigarettenkonsum unbedingt einstellen, denn Studien zeigen, dass Rauchen die Prognose der rheumatoiden Arthritis negativ beeinflusst.

Zurück zu Frau A.: Nimm ihre Beobachtung ernst. Viele Betroffene berichten, dass sie nach bestimmten Lebensmitteln Schübe beobachten, häufig nach Schweinefleisch. Eine einzelne Unverträglichkeit abzuklären ist etwas völlig anderes als eine Verbotsliste zu befolgen.

Faustregel

Eine wirksame Rheumadiät ist nicht bekannt, und Diäten mit vielen Verboten sind abzulehnen, weil sie eine Mangelernährung verstärken und häufig eine Osteoporose begünstigen. Sinnvoll sind Vollwertkost, kalziumreich, wenig Fleisch und Wurst, viel Fisch, kein Übergewicht und kein Untergewicht.

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Eine Patientin will eine Rheumadiät mit vielen Verboten beginnen. Wie berätst du sie?

Abraten: Für eine spezielle Rheumadiät gibt es keine wissenschaftlichen Beweise. Eine Ernährungsform, die Entzündungsaktivität und Gelenkschäden langfristig entscheidend vermindert, ist nicht bekannt. Abzulehnen sind Diäten mit zahlreichen Verboten: Sie verstärken die ohnehin nicht seltene Mangelernährung, begünstigen Osteoporose und mindern die Lebensqualität. Sinnvoll: Übergewicht vermeiden (Gelenkentlastung), Untergewicht ebenfalls meiden (Osteoporoserisiko); Vollwertkost mit gedecktem Nährstoffbedarf, kalziumreich und phosphatarm (Glukokortikoide und Bewegungsmangel); wenig Wurst und Fleisch (Fettsäuren werden zu entzündungsvermittelnden Botenstoffen umgebaut); fettarme Milchprodukte; hochwertige Öle und viel Fisch, ggf. Fischöl (Omega-3-Fettsäuren können Symptome lindern); individuelle Unverträglichkeiten ärztlich abklären Dazu: Alkohol nicht regelmäßig (Leberbelastung durch Medikamente); Rauchen einstellen (verschlechtert die Prognose)

Was antwortest du auf die Frage nach einer Rheumadiät? Und welche Ernährungsstrategien sind belegt sinnvoll?

Eine wirksame Rheumadiät ist nicht bekannt, und Diäten mit vielen Verboten sind abzulehnen, weil sie eine Mangelernährung verstärken und häufig eine Osteoporose begünstigen. Sinnvoll sind Vollwertkost, kalziumreich, wenig Fleisch und Wurst, viel Fisch, kein Übergewicht und kein Untergewicht.

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