Erstmobilisation nach der Operation

Im Fall übenFrau Hartmann — Tag 1 nach der Hüft-TEP
Pflege-Wissen

Erstmobilisation

„Ich muss zur Toilette. Kann ich aufstehen?“ Frau H. am Morgen nach der OP. Die Physiotherapeutin kommt erst um zehn.

Die Erstmobilisation nach einer Hüftendoprothese findet meist am ersten Tag nach der OP statt, oft schon ab dem Abend des Operationstags. Das gilt, falls der Operateur nichts anderes festgelegt hat. Häufig hilft die Physiotherapie. Am besten mobilisieren zwei Personen gemeinsam. Wie weit Frau H. das Bein belasten darf, legt der Operateur fest. Bei ihrer zementierten Prothese ist die Vollbelastung erlaubt. Mobilisation ist Therapie: Bewegung fördert die Durchblutung, kräftigt die Muskulatur und beugt Thrombose und Kontrakturen vor.

  1. Vorher

    Blutdruck und Puls messen. Beim ersten Aufstehen droht eine orthostatische Dysregulation.

  2. Vorbereiten

    Bett auf Arbeitshöhe, Kopfteil bis 45° erhöht. Festsitzende Schuhe noch im Liegen anziehen. Drainagen sichern.

  3. Zum Bettrand

    Die Patientin fasst den Bettbügel und stellt das nicht operierte Bein an. Sie rutscht zum Bettrand der operierten Seite. Du führst das operierte Bein unter Knie und Sprunggelenk in leichter Abduktion mit. Keine Innen- oder Außenrotation.

  4. Aufsetzen

    Die Beine über den Bettrand schwenken, bis sie halb sitzt. Die Hüfte der operierten Seite nicht über 90° beugen. Eine Pflegefachperson führt das Bein, die zweite hält von hinten den Oberkörper.

  5. Aufstehen

    Bett senken, bis das nicht operierte Bein sicher auf dem Boden steht. Unterarmgehstützen anreichen. Sie richtet sich mit der Kraft der Arme und des nicht operierten Beins auf.

  6. Gehen

    In kleinen Etappen mit Unterarmgehstützen: erst vor dem Bett stehen, dann kurze Strecken gehen. Auf Teil- oder Vollbelastung nach Anordnung achten.

Orthostatische Reaktion: sofort abbrechen

Achte auf diese Zeichen: Die Patientin wird blass, der Blutdruck fällt, der Puls wird schnell, oder Schweiß bricht aus. Dann brichst du die Mobilisation sofort ab. Du bringst sie kurzzeitig in die Kopf-Tief-Lage (Trendelenburg-Positionierung).

Danach gilt: nicht zu viel abnehmen. Die Aktivierung steht im Vordergrund. Nur so findet Frau H. in ein selbstständiges Leben zurück.

Faustregel

Erst RR und Puls, dann Schuhe im Liegen. Dann über die operierte Seite mit dem Bein in Abduktion aufsetzen, die Hüfte nie über 90°. Bodenkontakt mit dem gesunden Bein, Gehstützen, kleine Etappen. Bei Blässe, Blutdruckabfall, Tachykardie oder Schweiß: sofort abbrechen, Kopf-Tief-Lage.

Teste dich selbst

Erste Mobilisation nach Hüft-TEP: Über welche Seite, was misst du vorher, und was tust du bei Schwindel?

Vorher Blutdruck und Puls (orthostatische Dysregulation).; Schuhe im Liegen anziehen, Kopfteil 45°.; Über die operierte Seite: Bettbügel fassen, gesundes Bein anstellen, zum Bettrand rutschen. Operiertes Bein unter Knie und Sprunggelenk in leichter Abduktion mitführen, keine Rotation, Hüfte nicht über 90° beugen.; Eine Person führt das Bein, eine sichert den Oberkörper.; Bett senken, bis das gesunde Bein sicher steht. Unterarmgehstützen, Belastung nach Anordnung (zementierte Prothese: Vollbelastung), kleine Etappen. Bei Blässe, Blutdruckabfall, Tachykardie, Schweißausbruch: sofort abbrechen, Kopf-Tief-Lage.

In welcher Reihenfolge mobilisierst du am ersten Tag nach der Hüft-TEP? Über welche Seite? Und wann brichst du ab?

Erst RR und Puls, dann Schuhe im Liegen. Dann über die operierte Seite mit dem Bein in Abduktion aufsetzen, die Hüfte nie über 90°. Bodenkontakt mit dem gesunden Bein, Gehstützen, kleine Etappen. Bei Blässe, Blutdruckabfall, Tachykardie oder Schweiß: sofort abbrechen, Kopf-Tief-Lage.

Im Fall übenFrau Hartmann — Tag 1 nach der Hüft-TEP