Nichtopioide: Wirkung und Nebenwirkungen

Im Fall übenEmine Aydın, 75 — „Es ziept halt“
Pflege-Wissen

Nichtopioide

Frau M. nimmt seit Wochen jeden Tag Ibuprofen gegen ihre Knieschmerzen. „Das gibt es ja ohne Rezept.“ Jetzt hat sie Magenschmerzen.

Medikamente gegen Schmerzen heißen Analgetika. Je nachdem, wie sie wirken, gehören sie zu einer von zwei Gruppen: Opioidanalgetika (Opioide) und Nichtopioidanalgetika (Nichtopioide).

Nichtopioide sind peripher wirksam. Am Opioidrezeptor setzen sie nicht an. Sie wirken vor allem dort, wo die Nozizeptoren liegen, meist indem sie verhindern, dass die schmerzvermittelnden Prostaglandine gebildet werden. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Ibuprofen
  • Diclofenac
  • Paracetamol
  • Metamizol
  • Acetylsalicylsäure (ASS)

Sie lindern vor allem Schmerzen (analgetisch), senken Fieber (antipyretisch) und/oder hemmen Entzündungen (antiphlogistisch). Für die meisten ist kein Rezept nötig. Viele Menschen nehmen sie deshalb in Selbstmedikation.

Ihre Nebenwirkungen müssen sowohl du als auch die Betroffenen erkennen, u. a.:

  • Schäden der Magenschleimhaut, bis hin zu Blutungen und Magengeschwüren (Ulkus)
  • Durchfall, Übelkeit, Erbrechen
  • erhöhte Blutungsneigung, zum Beispiel bei ASS, weil sie die Aggregation der Thrombozyten hemmt
  • Störungen der Leber- und Nierenfunktion. Schon eine (mäßige) Überdosis Paracetamol kann die Leber schädigen.
  • Veränderungen des Blutbilds, bei Metamizol sehr selten eine (tödliche) Agranulozytose
  • Bronchospasmus

Bei Kindern und Jugendlichen kann Acetylsalicylsäure das Reye-Syndrom auslösen. Es ist selten, aber lebensbedrohlich. Wenn irgend möglich, wird ASS bei ihnen deshalb vermieden.

Zusätzlich werden manchmal Koanalgetika gegeben, zum Beispiel Glukokortikoide, Bisphosphonate, Antikonvulsiva oder Antidepressiva. Zu den klassischen Schmerzmedikamenten gehören sie nicht. Sie unterstützen aber die Analgesie oder behandeln Nebenwirkungen der Analgetika.

Missbrauch unterschätzt

Bei Nichtopioiden wird das Risiko von Arzneimittelmissbrauch und Arzneimittelabhängigkeit oft unterschätzt, bei Opioiden häufig überschätzt. Wer zu viele Schmerzmittel nimmt, kann u. a. einen Analgetika-Kopfschmerz bekommen: chronische Kopfschmerzen, die das Schmerzmittel selbst verursacht.

Faustregel

Nichtopioide wie ASS, Paracetamol, Metamizol und Ibuprofen wirken peripher. Sie können u. a. die Magenschleimhaut schädigen, die Blutungsneigung erhöhen und Leber und Nieren schädigen. Ihr Missbrauchsrisiko wird oft unterschätzt.

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Warum wird ASS bei Kindern und Jugendlichen wenn irgend möglich vermieden?

Sie kann das Reye-Syndrom auslösen. Es ist selten, aber lebensbedrohlich.

Welche Nebenwirkungen haben Nichtopioide?

Nichtopioide wie ASS, Paracetamol, Metamizol und Ibuprofen wirken peripher. Sie können u. a. die Magenschleimhaut schädigen, die Blutungsneigung erhöhen und Leber und Nieren schädigen. Ihr Missbrauchsrisiko wird oft unterschätzt.

Im Fall übenEmine Aydın, 75 — „Es ziept halt“