Schmerzanamnese und Schmerztagebuch
Im Fall übenEmine Aydın, 75 — „Es ziept halt“Schmerzanamnese
Hält ein Schmerzgeschehen länger an, erfasst du die Vorgeschichte und die aktuelle Situation. In einer Schmerzanamnese fragst du umfassend nach, zum Beispiel:
- Beginn: Seit wann hat der Mensch den Schmerz?
- Lokalisation: Wo tut es weh? Er zeigt auf die Stelle, oder er markiert sie in einer Körperskizze.
- Art und Intensität: Ist der Schmerz stechend oder dumpf? Wie stark ist er? Lass den Menschen am besten zuerst selbst beschreiben. Hat er Schwierigkeiten, bietest du ihm Möglichkeiten zur Auswahl an.
- Zeitlicher Verlauf und Veränderungen: Kommt der Schmerz in Intervallen oder ist er konstant? Ändert er sich bei Belastung oder in Ruhe?
- Was verstärkt, was lindert: Was hilft? Was tut der Mensch selbst gegen den Schmerz?
- Folgen für den Alltag: Wie wirkt sich der Schmerz auf den Schlaf aus? Was kann der Mensch nicht mehr, und was bedeutet das für seine Familie?
Daneben sind Begleitsymptome wichtig, Nebenwirkungen der Medikamente, die er nimmt, seine Lebensgewohnheiten und sein soziales Umfeld.
Achte im Gespräch darauf, möglichst wenig vorzugeben, damit du den Menschen nicht aus Versehen beeinflusst. Stell offene Fragen oder W-Fragen (Wann? Wo? Was? Wie oft?), und lass ihn möglichst frei antworten. Nur dann sind seine Aussagen verlässlich.
Häufig führen Menschen mit chronischen Schmerzen ein Schmerztagebuch. Mehrmals am Tag oder je nach Schmerzerleben können sie dort eintragen, wann, wo und wie stark der Schmerz auftritt und ggf. in welchem Zusammenhang, welche Medikamente sie wann genommen haben und ob Begleitsymptome oder Nebenwirkungen aufgetreten sind. Auch Allgemeinbefinden, Verdauung, Schlaf oder Aktivitäten können sie notieren. So lässt sich der Schmerzverlauf systematisch erfassen, und zwar über längere Zeit, meist 14 Tage.
In der Schmerzanamnese fragst du offen nach Beginn, Ort, Art, Stärke, Verlauf, lindernden und verstärkenden Faktoren und den Folgen für den Alltag. Der Mensch beschreibt zuerst selbst.
Teste dich selbst
Warum stellst du in der Schmerzanamnese offene Fragen?
Du gibst möglichst wenig vor und beeinflusst den Menschen so nicht aus Versehen. Nur dann sind seine Aussagen zum Schmerz verlässlich.
Wonach fragst du in einer Schmerzanamnese?
In der Schmerzanamnese fragst du offen nach Beginn, Ort, Art, Stärke, Verlauf, lindernden und verstärkenden Faktoren und den Folgen für den Alltag. Der Mensch beschreibt zuerst selbst.