Blutdruck messen

Im Fall übenHerr Al-Khatib, 47 — die Aufnahme
Pflege-Wissen

Blutdruck messen

Herr D. hat am linken Arm einen Shunt für die Dialyse. Du sollst seinen Blutdruck messen.

Der gemessene Blutdruck zeigt, mit welcher Kraft das Blut auf die Gefäßwände drückt. Er hängt von der Pumpleistung des Herzens ab und vom Gefäßwiderstand der Arterien. Je enger ein Gefäß ist, desto größer ist sein Widerstand und desto höher der Blutdruck. Ältere Menschen haben zum Beispiel durch Arteriosklerose verengte Arterien. Ihr physiologischer Blutdruck liegt deshalb höher als bei jüngeren Erwachsenen.

Mit „dem Blutdruck“ sind zwei Werte gemeint:

  • systolischer Wert (oberer Wert): der Druck, der in den großen Arterien herrscht, während das Herz Blut auswirft (Systole)
  • diastolischer Wert (unterer Wert): der Druck, der in den großen Arterien herrscht, während das Herz erschlafft (Diastole)

Die Einheit ist mmHg (Millimeter Quecksilbersäule). Statt Blutdruck heißt es oft auch „RR“, nach dem Arzt Scipione Riva-Rocci.

Ohne eine Arterie zu punktieren, misst du den Blutdruck mit einer Manschette. Das geht auf drei Wegen:

  • auskultatorisch: Du hörst mit dem Stethoskop ab. Das ist das gängigste Verfahren.
  • palpatorisch: Du tastest den Radialispuls, während du die Manschette aufpumpst. Ist kein Puls mehr tastbar, pumpst du noch um 30 mmHg weiter und lässt den Druck dann ab. Der systolische Wert ist der Druck, bei dem du den Puls wieder tastest. Einen diastolischen Wert erhältst du so nicht. Du misst so, wenn du mit dem Stethoskop die Strömungsgeräusche nicht ausreichend hörst.
  • oszilloskopisch: Ein elektronisches Gerät misst. Bei Kindern unter 4 Jahren misst du nur so.

Darauf achtest du:

  • Herzhöhe: Die Manschette sitzt immer in Herzhöhe. Unter Herzhöhe steigt der Wert, darüber sinkt er.
  • Shunt: An einem Arm mit Shunt misst du nie den Blutdruck, sonst kann der Shunt zerstört werden.
  • Schädigung: Hat ein Arm eine Verletzung, eine frische Operationswunde oder ein Lymphödem, weil Lymphknoten entfernt wurden, solltest du am gesunden Arm messen. Bei einer Hemiplegie solltest du auf der nicht betroffenen Seite messen.
  • Position und Bedingungen: Ob sitzend, liegend oder stehend, ob in Ruhe oder unter Belastung: Du solltest immer gleich messen. Nur so lassen sich die Werte vergleichen.
  • Manschettengröße: Die Manschette passt zum Arm. Bei Kindern ist das entscheidend.
  • Manschettendruck: Ein hoher Druck ist schmerzhaft. Geben dir die Geräusche beim Aufpumpen keinen Anhalt, solltest du dabei den Puls tasten und nicht unnötig hoch pumpen.

Falsche Werte entstehen zum Beispiel durch:

  • Lärm und Gespräche, die das Hören erschweren
  • körperlichen oder psychischen Stress kurz vor der Messung: Die Werte können falsch hoch sein
  • eine zweite Messung nach weniger als 2 Minuten
  • Kleidung, die oberhalb der Manschette einschnürt: Die Werte können falsch hoch sein
  • zu starken Druck mit dem Stethoskop: Dann kannst du Geräusche hören, obwohl der diastolische Druck schon unterschritten ist
  • den Daumen auf dem Stethoskopkopf: Du hörst eventuell deinen Eigenpuls
Faustregel

Die Manschette sitzt in Herzhöhe. Am Arm mit Shunt misst du nie, bei einer Schädigung solltest du am gesunden Arm messen. Damit die Werte vergleichbar sind, solltest du immer in derselben Position und unter denselben Bedingungen messen.

Teste dich selbst

Herr D. hat am linken Arm einen Shunt für die Dialyse. Wo und wie misst du seinen Blutdruck?

am rechten Arm, nie am Arm mit Shunt; Manschette in Herzhöhe, in passender Größe; immer in derselben Position und unter denselben Bedingungen; nicht unnötig hoch aufpumpen; eine zweite Messung frühestens nach 2 Minuten

Worauf achtest du beim Blutdruckmessen, damit der Wert stimmt und niemand zu Schaden kommt?

Die Manschette sitzt in Herzhöhe. Am Arm mit Shunt misst du nie, bei einer Schädigung solltest du am gesunden Arm messen. Damit die Werte vergleichbar sind, solltest du immer in derselben Position und unter denselben Bedingungen messen.

Im Fall übenHerr Al-Khatib, 47 — die Aufnahme