Übelkeit und Erbrechen in der Palliativpflege

Vakada çalışLydia Schmidt, 86 — Die letzten Tage
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Übelkeit und Erbrechen

Herr L. hat seit zwei Wochen nichts gegessen. Heute wünscht er sich Bandnudeln mit Bratensoße. Im Team fürchten alle, dass er erbricht.

In den letzten Tagen und Wochen vor dem Tod leiden sehr viele Menschen unter Übelkeit (Nausea) oder Erbrechen. Beides kann zusammen, aber auch unabhängig voneinander auftreten. Die Ursachen können zentral oder gastrointestinal sein:

  • Chemorezeptor-Triggerzone: Medikamente, metabolische Veränderungen, Vergiftung
  • weitere zentrale Ursachen: z. B. ein erhöhter Hirndruck bei Hirntumor oder Hirnblutung, Störungen der Gleichgewichtsorgane
  • gastrointestinale Stauung: z. B. Druck auf den Magen durch einen Tumor, Obstipation, Aszites, Ileus
  • gastrointestinale Irritation: Gastritis, Ulkus, Medikamente, Tumor
  • psychische Ursachen: Stress, Ekel, Angst, antizipatorisch, z. B. durch Gerüche konditioniert

Alle diese Ursachen können auch Erbrechen auslösen. Erbrechen ohne Übelkeit davor oder dabei kann z. B. entstehen durch Husten, eine Ösophagitis oder eine Obstruktion der oberen Speisewege. Ein stark erhöhter intrakranieller Druck kann zu plötzlichem, schwallartigem Erbrechen führen. Für eine erfolgreiche Therapie ist entscheidend, die Ursache zu erkennen. Behandelt wird überwiegend medikamentös, z. B. mit Antiemetika, die am Entstehungsort ansetzen. Das ist wegen der vielfältigen Ursachen leider häufig schwierig. Pflegerische Maßnahmen können die Medikation unterstützen.

Bei Übelkeit braucht es viel Sensibilität. Ein Satz wie „Mir ist übel“ kann auch auf psychische Aspekte hinweisen, ähnlich wie beim Total Pain. So hilfst du:

  • Menschen mit Übelkeit werden oft sehr empfindlich für Umweltreize. Unangenehme Gerüche und der Anblick von Essen können die Übelkeit verstärken. Eine selbst gewählte Nahrungskarenz akzeptierst du deshalb.
  • Ein Antiemetikum kann vor den Mahlzeiten prophylaktisch angeboten werden.
  • Hat der Mensch einen Drehschwindel, können Positionsunterstützung oder Mobilisation schnell Übelkeit und Erbrechen auslösen. Führ diese Maßnahmen dann sehr langsam und behutsam durch und kläre ihn gut auf.
  • Manche entwickeln einen Widerwillen gegen Medikamente, der Übelkeit auslösen kann. Dann sollte geprüft werden, ob sich Medikamente reduzieren oder umstellen lassen.
  • Ob der Flüssigkeitsverlust durch Erbrechen ersetzt wird, wird individuell abgewogen. Beim nicht behebbaren Ileus kann zusätzliche Flüssigkeit das Erbrechen verstärken. Den Durst kannst du oft auch ohne zusätzliche Flüssigkeit lindern.

Manche Menschen erbrechen immer wieder und möchten trotzdem nicht auf eine Mahlzeit verzichten. Viele Palliativpatienten essen mit Genuss, auch wenn sie das Essen vielleicht nicht im Magen behalten. Schmecken und Riechen treten dann in den Vordergrund, nicht die Energieversorgung. Gemeinsam mit dem Menschen, einem Arzt und seinen Angehörigen sollten das beste Vorgehen und mögliche Folgen besprochen werden.

Bedürfnisse umsetzen

Was du fachlich für das Beste hältst, ist nicht immer das Beste für das Wohlergehen dieses Menschen. Sprich deine Befürchtungen aus und sucht gemeinsam eine Lösung.

Pratik kural

Bei Übelkeit suchst du die Ursache, denn sie bestimmt die Therapie. Du akzeptierst, wenn der Mensch nicht essen will, und hältst Gerüche fern. Will er trotz Risiko essen, besprecht ihr das gemeinsam.

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Welche Ursachen kann Übelkeit am Lebensende haben?

zentral: Medikamente, metabolische Veränderungen, erhöhter Hirndruck; gastrointestinal: Stauung (z. B. Obstipation, Ileus) oder Irritation (z. B. Gastritis); psychisch: Stress, Angst, Ekel

Warum ist die Ursache der Übelkeit für die Therapie entscheidend?

Bei Übelkeit suchst du die Ursache, denn sie bestimmt die Therapie. Du akzeptierst, wenn der Mensch nicht essen will, und hältst Gerüche fern. Will er trotz Risiko essen, besprecht ihr das gemeinsam.

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