Atemnot (Dyspnoe) am Lebensende
Vakada çalışLydia Schmidt, 86 — Die letzten TageAtemnot (Dyspnoe)
Dyspnoe (Atemnot) heißt: Subjektiv hat der Mensch das Gefühl, zu wenig Luft zu bekommen. Bei Palliativpatienten ist sie neben Schmerzen ein häufiges und belastendes Symptom. Ihre Ursachen können körperlich sein, etwa ein Tumor in den Atemwegen. Wie Schmerz wird sie aber auch von anderen Faktoren beeinflusst. Angst und Atemnot verstärken sich gegenseitig: Das Gefühl, zu wenig Luft zu bekommen, macht massive Angst, und Angst löst wiederum Atemnot aus. Pathologisch begründet sein muss das Gefühl nicht. Umgekehrt geht nicht jede pathologische Atmung mit Dyspnoe einher.
Handlungsleitend ist immer das subjektive Empfinden des Menschen. Er kann ruhig und regelmäßig atmen und trotzdem schwere Atemnot angeben. Oder er atmet sichtbar schwer und empfindet seine Lage nicht als schlimm. Wichtiger ist ihm dann vielleicht, dass ihm jemand zuhört. Beruhigende Maßnahmen können bei Atemnot genauso wichtig sein wie Maßnahmen für die Atmung, manchmal sogar wichtiger.
So handelst du:
- Leidet ein Sterbender subjektiv unter Luftnot, informierst du immer unverzüglich einen Arzt. Die Ursache ist oft nicht therapierbar, die Atemnot kann aber symptomatisch gelindert werden, z. B. durch eine Morphingabe.
- Hat der Arzt eine Bedarfsmedikation angeordnet, gibst du sie unverzüglich.
- Atmet der Mensch zu schnell, solltest du ihn anleiten, langsamer zu atmen.
- Du lässt ihn nicht allein und vermittelst Sicherheit und Ruhe. Das reduziert die Angst.
- Eine geeignete Lagerung mit leichtem Material, ein offenes Fenster, eine leichte Decke und Raum steigern das Gefühl, Luft zu bekommen.
Bei Menschen mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung und Atemnot sollen primär nicht-medikamentöse Verfahren eingesetzt werden. Dazu gehören:
- ein kühler Luftzug ins Gesicht, z. B. durch einen Handventilator
- Atemübungen wie Lippenbremse, Zwerchfellatmung und Atemkontrolle, um die Frequenz zu senken
- ein Rollator oder andere Gehhilfen für die Mobilität
- Strategien wie Panikkontrolle, Beruhigung, Entspannung und Ablenkung
Reichen diese Verfahren nicht aus, sollten Opioide eingesetzt werden. Sie verordnet der Arzt. Sauerstoff sollte bei Menschen ohne Hypoxämie nicht zur Linderung von Atemnot eingesetzt werden. Angezeigt ist er, wenn eine zu geringe Sauerstoffsättigung die Ursache der Atemnot ist. Außerdem können Geräte und Schläuche den Bewegungsradius erheblich einschränken. Oft ist die Angst vor neuer Atemnot so groß, dass eine Abhängigkeit vom dauerhaft verfügbaren Sauerstoff entsteht.
Bei Atemnot zählt, was der Mensch empfindet. Du informierst sofort den Arzt, gibst die angeordnete Bedarfsmedikation und bleibst bei ihm. Nicht-medikamentöse Verfahren wie Handventilator und Atemübungen kommen zuerst. Sauerstoff ist bei Sauerstoffmangel angezeigt, nicht als Mittel gegen jede Atemnot.
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Wann hilft Sauerstoff gegen Atemnot am Lebensende?
angezeigt, wenn eine zu geringe Sauerstoffsättigung die Ursache ist (Hypoxämie); ohne Hypoxämie sollte er nicht zur Linderung eingesetzt werden
Was tust du, wenn ein Sterbender Atemnot angibt?
Bei Atemnot zählt, was der Mensch empfindet. Du informierst sofort den Arzt, gibst die angeordnete Bedarfsmedikation und bleibst bei ihm. Nicht-medikamentöse Verfahren wie Handventilator und Atemübungen kommen zuerst. Sauerstoff ist bei Sauerstoffmangel angezeigt, nicht als Mittel gegen jede Atemnot.