Dehydratation bei älteren Menschen

تدرّب على الحالةFrau Hartmann — den Ernährungszustand erfassen: Wiegen, Screening, Mangel, Durst
معرفة تمريضية

Dehydratation

Herr K. ist 86. Seit dem Morgen ist er verwirrt, gestern war er noch klar. Seine Tochter sagt: „Er trinkt kaum etwas. Er hat ja nie Durst.“

Eine Dehydratation (Flüssigkeitsmangel, Hypohydratation), auch Exsikkose (Austrocknung) genannt, ist ein Defizit an Natrium und Körperwasser. Als Ursache kommen in Frage: Der Mensch nimmt zu wenig auf, scheidet zu viel aus oder verliert zu viel. Bei älteren Menschen kommen nicht selten zwei Ursachen zusammen: Der Mensch trinkt zu wenig und scheidet gleichzeitig große Mengen Wasser aus. Das geschieht zum Beispiel durch Diuretika oder Abführmittel (Laxanzien).

Ursachen und Risikofaktoren:

  • Flüssigkeitsverluste, zum Beispiel durch Erbrechen, Diarrhö, starkes Schwitzen, Verbrennungen, Blutverlust, Nierenerkrankungen oder Diurese
  • zu geringe Flüssigkeitszufuhr, meist bei älteren Menschen: Ihr Durstempfinden ist vermindert, sie brauchen Hilfe beim Trinken, oder sie haben kognitive Veränderungen wie eine Demenz
  • sedierende Medikamente oder Diuretika
  • im Seniorenheim zusätzlich eine Dysphagie, eine Hyperhidrose (starkes Schwitzen) oder Immobilität
  • bei älteren Menschen der physiologische Verlust der subkutanen Fettschicht: Über die Haut geht dadurch leichter Flüssigkeit verloren. Dazu kommen zum Beispiel Mundtrockenheit (Xerostomie), eine mangelnde Speichelsekretion, eine veränderte Harnausscheidung und fehlendes Durst- und Hitzegefühl.
  • bei Schwangeren schon Übelkeit und Erbrechen in der häufigsten und leichtesten Ausprägung. Bei einer Hyperemesis gravidarum dehydriert eine Schwangere schwer. Sie braucht sofort ärztliche Unterstützung.
  • bei Kindern (lang anhaltend) hohes Fieber

Im Alter ist das Durstempfinden deutlich reduziert. Der Mensch nimmt seinen Flüssigkeitsbedarf nicht wahr. Er entwickelt eine Abneigung (Aversion) gegen das „Trinken ohne Durst“. Die zu geringe Trinkmenge bleibt oft lange unbemerkt, vom Menschen selbst und von seinen Angehörigen. Die Gefahr wächst mit dem Alter: Von den über 85-Jährigen sind 51 % betroffen.

Schon nach 2–4 Tagen Flüssigkeitsmangel kommt es zu schwerwiegenden gesundheitlichen Einschränkungen. Ein Grund: Harnpflichtige Substanzen werden nicht mehr ausreichend ausgeschieden. Die Folgen können lebensbedrohlich sein. Zeichen sind unter anderem:

  • eine erhöhte Herzfrequenz (Tachykardie) und ein niedriger Blutdruck (Hypotonie)
  • trockene Schleimhäute und eine trockene Haut, stehende Hautfalten, kollabierte Halsvenen
  • Übelkeit und Krämpfe, in schweren Fällen Benommenheit
  • eine plötzliche, unerklärliche Verwirrtheit; ältere Menschen sind oft verwirrt
  • Durstgefühl, Müdigkeit, Schwäche, Schwindel, Konzentrationsstörungen
  • ein Orthostasesyndrom: Beim raschen Positionswechsel, etwa vom Liegen ins Stehen, fällt der Blutdruck plötzlich ab. Bei älteren Menschen folgen daraus häufig Stürze und Frakturen.
  • Obstipation, dunkler Urin und eine geringe Urinmenge (Oligurie)

Je niedriger der BMI ist, desto empfindlicher reagiert ein Mensch auf Wasserverlust.

Der Flüssigkeitsverlust erhöht Hämatokrit und Blutgerinnung (Hyperkoagulabilität). Dadurch steigt das Risiko für Myokardinfarkt, Apoplex, Phlebothrombosen oder Lungenarterienembolie. Bei älteren Menschen kommen durch die verringerte Diurese Nephrolithiasis oder Harnwegsinfektionen hinzu, also Erkrankungen des renalen Systems. Durch die Obstipation kommen Laxanzienabusus, Ileus und anorektale Insuffizienz hinzu, also Störungen im Verdauungstrakt.

Bei älteren Menschen nicht beurteilen nach

Hautturgor, Mundtrockenheit, Gewichtsveränderung oder Urinfarbe darfst du bei älteren Menschen NICHT zur Beurteilung des Flüssigkeitsstatus verwenden. Bei ihnen sind das keine klaren Zeichen für eine Dehydratation. Auch eine stehende Hautfalte gilt bei Erwachsenen nicht als Zeichen. Alle älteren Menschen gelten als gefährdet, zu wenig zu trinken. Ermutige sie, ausreichend zu trinken.

Oft lässt sich eine Dehydratation nicht sicher diagnostizieren, denn eindeutige Zeichen gibt es nicht. Betrachte deshalb den ganzen Menschen. Führe mehrere Faktoren zusammen, etwa die Flüssigkeitszufuhr und wie Haut und Schleimhäute aussehen. Instrumente, die das Dehydratationsrisiko messen, gibt es derzeit nicht. Hinweise auf ein erhöhtes Risiko gibt es in mehreren Bereichen:

  • körperlich: Schwäche, trockene Schleimhäute, vor allem in Mund, Nase und Augen, eine trockene Haut, eine trockene Zunge
  • kognitiv: Der Mensch hat kein Durstgefühl, er vergisst zu trinken oder vermeidet es.
  • kommunikativ: Sein Bedürfnis zu trinken kann er nicht äußern.
  • finanziell: Das Geld reicht nicht für die nötigen Getränke. Oder es reicht nicht für jemanden, der sie einkauft.
  • edukativ: Der Mensch oder seine Familie weiß nicht, wie wichtig der Ausgleich des Gesamtwasserhaushalts ist. Oder sie wissen nicht, mit welchen Getränken sich der Bedarf decken lässt.
  • strukturell: (Gesunde) Getränkeläden sind zu Fuß nicht erreichbar. Oder die Gemeinde hat keinen oder nur einen unzuverlässigen Zugang zu Trinkwasser.

Ältere Menschen überschätzen ihre tägliche Trinkmenge in der Regel um 10–15 %. Signalfragen helfen, das Risiko zu erfassen, zum Beispiel:

  • „Schwitzen Sie mehr, als Sie trinken?“
  • „Was trinken Sie über den Tag?“
  • „Reicht Ihre Trinkmenge, damit Ihr Stuhlgang klappt?“

Vertiefte Fragen betreffen Medikamente, Alltag und Umwelt, zum Beispiel:

  • „Haben Sie Zugang zu Trinkwasser?“
  • „Erinnert Sie jemand ans Trinken?“
  • „Können Sie nachts im Kühlen schlafen?“

Bei älteren Menschen sollte eine Dehydratation über die direkt gemessene Serumosmolalität im Labor festgestellt werden.

قاعدة عملية

Hautturgor, Mundtrockenheit, Gewichtsveränderung und Urinfarbe darfst du bei älteren Menschen nicht zur Beurteilung des Flüssigkeitsstatus verwenden. Alle älteren Menschen gelten als gefährdet. Achte auf die Trinkmenge, und denke bei plötzlicher Verwirrtheit an einen Flüssigkeitsmangel (Exsikkose).

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Welche Zeichen und Folgen hat eine Dehydratation?

Schon nach 2–4 Tagen schwerwiegende Einschränkungen: Tachykardie, Hypotonie; Übelkeit, Krämpfe; plötzliche, unerklärliche Verwirrtheit; Durstgefühl, Müdigkeit, Schwäche, Schwindel, Konzentrationsstörungen; Orthostasesyndrom mit Sturzgefahr; Obstipation, dunkler Urin, Oligurie; Hyperkoagulabilität: Risiko für Phlebothrombose, Lungenarterienembolie, Myokardinfarkt, Apoplex Bei älteren Menschen nicht beurteilen nach Hautturgor, Mundtrockenheit, Gewichtsveränderung oder Urinfarbe.

Woran darfst du bei älteren Menschen eine Dehydratation NICHT festmachen?

Hautturgor, Mundtrockenheit, Gewichtsveränderung und Urinfarbe darfst du bei älteren Menschen nicht zur Beurteilung des Flüssigkeitsstatus verwenden. Alle älteren Menschen gelten als gefährdet. Achte auf die Trinkmenge, und denke bei plötzlicher Verwirrtheit an einen Flüssigkeitsmangel (Exsikkose).

تدرّب على الحالةFrau Hartmann — den Ernährungszustand erfassen: Wiegen, Screening, Mangel, Durst