Mangelernährung: Definition und wer gefährdet ist

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معرفة تمريضية

Mangelernährung

Ein Bewohner ist übergewichtig. Bei ihm denkt niemand an eine Mangelernährung. Genau deshalb wird sie bei ihm leicht übersehen.

Mangelernährung (Malnutrition) bedeutet: Es besteht anhaltend ein Defizit an Nährstoffen und/oder Energie. Die Aufnahme ist kleiner als der Bedarf, die Bilanz ist also negativ. Das hat Folgen für den Ernährungszustand, für die physiologischen Funktionen und für den Gesundheitszustand.

An dieser Definition sind drei Punkte wichtig:

  • anhaltend: Nicht jede Nahrungskarenz ist eine Mangelernährung. Sie kann aber ein bedeutendes Risiko sein.
  • Bilanz statt Gewicht: Ein Gewicht steht nicht in der Definition. Auch ein normal- oder übergewichtiger Mensch kann mangelernährt sein. Ihm fehlen zum Beispiel Eiweiß, Vitamine, Mengen- oder Spurenelemente. Bei Übergewicht wird eine Mangelernährung nicht selten übersehen.
  • Essen und Trinken: Mit Nahrung sind feste und flüssige Nahrung gemeint.

Eine Mangelernährung entsteht über vier Mechanismen:

  • Die Zufuhr an Nährstoffen ist vermindert.
  • Der Bedarf an Nährstoffen ist erhöht.
  • Die Aufnahme der Nährstoffe im Darm ist gestört (Maldigestion oder Malresorption).
  • Die Verwertung der Nährstoffe ist gestört.

Gefährdet sind unter anderem Menschen mit:

  • Depression, Dekubitusrisiko oder Dekubitus, Diabetes mellitus
  • Infektionen, Krebs, COPD, Magen-Darm-, Leber- oder Nierenerkrankungen, rheumatoider Arthritis oder entzündlichen Darmerkrankungen
  • neurologischen Erkrankungen, die fortschreiten, zum Beispiel Parkinson, Demenz, Multiple Sklerose oder Schlaganfall
  • einer akuten Erkrankung ohne ausreichende Nahrungsaufnahme über mehr als 5 Tage, mit Gebrechlichkeit, Immobilität, höherem Alter oder kurz nach einer Krankenhausentlassung
  • akuten oder chronischen Schmerzen, Wunden, einem schweren Krankheitsverlauf oder in lebensbedrohlichen Zuständen
  • mehrstündigen Operationen, weil die Operation den Eiweißverbrauch erhöht
  • Schluckbeschwerden (Dysphagie)
  • niedrigem sozioökonomischem Status, schlechten Umweltbedingungen oder wenig Unterstützung. Das gilt vor allem, wenn sie das Haus nicht verlassen und nicht selbst einkaufen oder kochen können.

Ab dem 4. Lebensjahr gilt: Ein Kind kann altersentsprechend selbstständig essen. Ein Kind in diesem Alter kann beim Essen von einer Person abhängig sein. Das ist dann ein Faktor für eine mögliche Mangelernährung.

Bei Frühgeborenen besteht die Gefahr einer Mangelernährung. Der Grund: Ihr Saug- oder Schluckreflex ist noch nicht ausgereift, und bei der Nahrungsaufnahme erschöpfen sie schnell. Säuglinge und Kleinkinder können zum Beispiel Probleme haben, wenn Bei- oder Familienkost eingeführt wird. Sie können auch wegen Vernachlässigung zu wenig Nahrung bekommen. Bei Kindern und Jugendlichen entsteht die Gefahr eher durch eine unausgewogene Ernährung. Ein Beispiel: zu wenig Obst und Gemüse.

Auch Medikamente können eine Mangelernährung begünstigen. Als Nebenwirkung mindern zum Beispiel Digitalispräparate, Theophyllin oder manche Antidepressiva den Appetit. Medikamente können auch das Hungergefühl unterdrücken und Müdigkeit auslösen. Häufige Nebenwirkungen sind außerdem Mundtrockenheit, Somnolenz (krankhafte Schläfrigkeit) und eine Geschmacks- oder Geruchsbeeinträchtigung, unter anderem bei Psychopharmaka. Ältere Menschen haben oft mehrere Erkrankungen (Multimorbidität) und nehmen mehrere Medikamente (Polypharmazie). Dadurch steigt das Risiko für Nährstoffdefizite durch Medikamente.

Unterscheide immer: Kann der Mensch nicht essen, oder will er nicht essen? Manche spüren, dass sie eigentlich essen müssten. Doch etwas hält sie davon ab, zum Beispiel:

  • Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Erbrechen
  • ein krankhafter Mund- oder Zahnstatus
  • eine Verengung der Speiseröhre (Ösophagusstenose)
  • kognitive Einschränkungen oder Sehstörungen
  • Funktionseinschränkungen der oberen Extremitäten, also der Arme und Hände

Andere, oft chronisch kranke oder ältere Menschen, haben kein Hungergefühl mehr oder unterdrücken es. Ein Grund ist zum Beispiel, dass sie nicht allein essen mögen. Oder sie sollen im Krankenhaus oder Seniorenheim schon um 17 Uhr zu Abend essen. Vielleicht schmeckt ihnen die Mahlzeit dann auch nicht. Manchmal entwöhnt sich ein Mensch bewusst vom Essen, wenn er meint, er sei kein leistungsfähiger Teil der Gesellschaft mehr. Während der Speisezeiten gehen außerdem oft ständig Pflege-, Therapie- und Reinigungspersonal ein und aus. Das verleidet vielen Menschen das Essen. Außerdem tragen Armut, Einsamkeit, soziale Isolation und Depression stark zur Entstehung einer Mangelernährung bei.

Die Folgen sind ernst:

  • Gewichtsverlust und Mangel an Mikronährstoffen
  • weniger Muskelkraft und dadurch körperliche Schwäche und beeinträchtigte Mobilität
  • ein geschwächtes Immunsystem und mehr Infektionen
  • eine geringere Toleranz von Chemotherapien und eine psychosoziale Belastung
  • beeinträchtigte Organfunktionen, zum Beispiel Herzrhythmusstörungen, eine Atrophie der Darmzotten oder eine schlechtere Lungenventilation
  • mehr Komplikationen nach Operationen und bei Wunden, langsamere Genesung, längerer Krankenhausaufenthalt und häufigere Wiedereinweisung
  • ein höheres Risiko für Stürze, Sarkopenie und Gebrechlichkeit (Frailty) und ein höheres Sterberisiko
  • bei Kindern Gedeihstörungen
  • mehr Hilfs- und Pflegebedürftigkeit und starke Einbußen an Lebensqualität

Mangelernährung ist häufig. Etwa 20 % aller Patienten kommen schon mangelernährt ins Krankenhaus. Im Pflegeheim hängen Dysphagie und Mangelernährung eng zusammen: Mehr als jeder zweite Bewohner hat eine Schluckstörung.

قاعدة عملية

Bei einer Mangelernährung besteht anhaltend ein Defizit an Nährstoffen und/oder Energie: Die Aufnahme deckt den Bedarf nicht. Ein Gewicht steht nicht in der Definition. Auch übergewichtige Menschen können mangelernährt sein.

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Über welche vier Mechanismen entsteht eine Mangelernährung?

Zufuhr vermindert; Bedarf erhöht; Aufnahme im Darm gestört (Maldigestion oder Malresorption); Verwertung gestört

Warum kann auch ein übergewichtiger Mensch mangelernährt sein?

Bei einer Mangelernährung besteht anhaltend ein Defizit an Nährstoffen und/oder Energie: Die Aufnahme deckt den Bedarf nicht. Ein Gewicht steht nicht in der Definition. Auch übergewichtige Menschen können mangelernährt sein.

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