Ernährung bei Demenz: Fingerfood und mehr
Im Fall übenFrau Hartmann, 80 — der Tag des EinzugsErnährung
Bei Demenz ist die Zufuhr von Energie und Flüssigkeit häufig ein Problem. Mögliche Ursachen sind:
- Unruhe und erhöhter Bewegungsdrang, die den Kalorienverbrauch steigern
- Sprachstörungen: Hunger und Durst kann der Mensch nicht mehr verbal äußern
- Schluckstörungen
- Störungen des Geruchs- und Geschmackssinns
Damit du Anzeichen einer Unterernährung oder einer Dehydratation rechtzeitig erkennst, führst du Nahrungs- und Trinkprotokolle und achtest auf Zeichen einer Exsikkose, zum Beispiel trockene Haut und Bewusstseinsstörungen.
So beeinflusst du die Ernährung positiv:
- Die Mahlzeiten orientieren sich an seiner Biografie. Gewohnheiten, Vorlieben und Abneigungen kennst du, denn unbekannte Speisen lehnt er häufig ab.
- Das Frühstück ist besonders reichhaltig, denn morgens essen Menschen mit Demenz häufig am meisten.
- Das Essen ist appetitlich angerichtet und als Essen erkennbar. Passierte Kost hält er oft nicht für eine Mahlzeit.
- Das Essen kontrastiert farblich, zum Beispiel Kartoffelbrei mit Erbsen und Möhren. Auch das Geschirr hat einen klaren Kontrast, etwa einen farbigen Tellerrand. So kann er länger selbstständig essen.
- Salzige oder bittere Speisen lehnt er wegen des veränderten Geschmacks- und Geruchssinns häufig ab. Bei Bedarf schmeckst du eher süß ab, statt zu überwürzen.
- Kann er nicht mehr mit Besteck essen, ist Fingerfood vorzuziehen. Es lässt sich auch gut im Gehen essen, was bei hohem Bewegungsdrang hilft.
- Du schaffst Konstanz: gleichbleibende Essenszeiten, ein fester Sitzplatz und feste Bezugspersonen beim Essen. Rituale wie ein Gebet, ein ansprechend gedeckter Tisch oder die Lieblingstasse stimmen auf das Essen ein.
- Die Flüssigkeitsaufnahme förderst du durch Trinkrituale, feste Trinkzeiten, „Zuprosten“ und Lieblingsgetränke.
Wegen der kognitiven Einschränkungen vergessen Menschen mit Demenz manchmal das Essen. Isst er nichts, kann er trotzdem Hunger haben. Du beaufsichtigst ihn beim Essen und forderst ihn gegebenenfalls zum Essen und Trinken auf.
Isst ein Mensch mit Demenz nicht, kann er trotzdem Hunger haben. Essen muss als Essen erkennbar sein, farblich kontrastiert, und bei Bedarf eher süß abgeschmeckt.
Teste dich selbst
Warum kann ein Mensch mit Demenz trotz voller Teller abnehmen?
Unruhe und Bewegungsdrang steigern den Kalorienverbrauch; Hunger und Durst kann er nicht mehr äußern; Schluckstörungen, veränderter Geruchs- und Geschmackssinn; er vergisst manchmal das Essen
Warum isst ein Mensch mit Demenz vielleicht nichts, obwohl er Hunger hat?
Isst ein Mensch mit Demenz nicht, kann er trotzdem Hunger haben. Essen muss als Essen erkennbar sein, farblich kontrastiert, und bei Bedarf eher süß abgeschmeckt.