Mobilisation und tiefer Transfer bei Hemiplegie

Im Fall übenHerr Aydın, 77 — allein ans Waschbecken
Pflege-Wissen

Lernangebot Mobilisation

Herr T. sitzt zum ersten Mal an der Bettkante. Das Telefon klingelt im Flur, und du willst kurz hinausgehen.

Durch Mobilisation nimmt der Mensch aktiver an seiner Umgebung teil. Sie fördert und erhält seine Ressourcen.

Aufsetzen an die Bettkante: Auch ohne Transfer kann er mehrmals täglich an der Bettkante sitzen. Stehen beide Füße auf dem Boden, spürt er Körper und Schwerkraft besser als im Liegen. Er übt dabei, die Balance zu halten. Dafür baust du deine Unterstützung langsam ab, sorgst aber unbedingt für Stabilität und Sicherheit. Er kann über die mehr oder über die weniger betroffene Seite aufsitzen. Gibt es eine Kontraindikation, zum Beispiel Schmerzen auf der mehr betroffenen Seite, richtest du ihn über die weniger betroffene Seite auf.

Stehen: Wenn möglich, steht er häufig. Bei einem Transfer oder beim Ankleiden sollte er immer die Möglichkeit bekommen, eine Zeit lang zu stehen. Im Stehen spürt er sein Körpergewicht und die Schwerkraft. Es erhält die Bewegungsfähigkeit der Hüfte und beugt einem Spitzfuß vor. Er steht aber nur, wenn mindestens ein Bein sein Körpergewicht tragen kann. Dabei steht er seitlich zum Bett oder zur Wand, nicht frei im Raum.

Transfer vom Bett in den Stuhl: Es gibt den tiefen Transfer und den Transfer über den Stand.

  • Für den Transfer über den Stand muss er stehen können und ein paar Schritte schaffen. Auf der betroffenen Seite braucht er ein stabiles und bewegliches Sprunggelenk. Sonst kann er es verdrehen, das Gleichgewicht verlieren und stürzen.
  • Beim tiefen Transfer bewegt er sich von Sitzfläche zu Sitzfläche, ohne ganz zum Stehen zu kommen. Er eignet sich für Menschen, die stark eingeschränkt sind. Der Stuhl steht neben dem Bett, das Seitenteil ist abgenommen. Seine Füße stehen etwa hüftbreit auf dem Boden. Du sicherst mit deinen geschlossenen Knien das Bein, über das der Transfer geht. Deine Hände liegen an seinem Brustkorb. Er beugt den Oberkörper nach vorn und bringt sein Gewicht auf die Beine. So wird er in kleinen Schritten seitlich versetzt.
  • Über die weniger betroffene Seite ist der tiefe Transfer sicherer und leichter. Diese Seite wählst du, wenn das mehr betroffene Bein zu wenig Muskeltonus hat, um das Gewicht zu tragen. Weitere Gründe sind ein ausgeprägter Neglect, ein Pusher-Syndrom oder ein Spitzfuß am mehr betroffenen Bein.
  • Bei Menschen mit Pusher-Syndrom erfolgt jeder Transfer mit geschultem Personal, anfangs zu zweit. Eine Drehscheibe nutzt du bei Halbseitenlähmung nicht: Der Mensch würde verunsichert und könnte die Bewegung nicht nachvollziehen.
Nie allein, nie am Arm

Du lässt ihn nicht allein an der Bettkante sitzen und stützt ihn. Neurologische Erkrankungen können das Einschätzen der eigenen Fähigkeiten beeinträchtigen. Er kann aus Kraftmangel fallen oder stürzen, weil er zu früh aufsteht. Auch eine Kreislaufschwäche droht. Ziehe ihn nie am mehr betroffenen Arm, sonst droht eine Subluxation. Den Transfer machst du immer in mehreren Schritten und kontrollierst die Fußstellung.

Faustregel

An der Bettkante lässt du ihn nie allein, und am betroffenen Arm ziehst du nie. Stehen nur, wenn ein Bein sein Gewicht trägt. Sicherer ist der tiefe Transfer, wenn er über die weniger betroffene Seite geht.

Teste dich selbst

Herr T. sitzt zum ersten Mal an der Bettkante, das Telefon klingelt. Darfst du kurz hinausgehen?

nein: Du lässt ihn nicht allein an der Bettkante sitzen.; Er kann seine Fähigkeiten falsch einschätzen, aufstehen und stürzen.; Auch eine Kreislaufschwäche droht.

Wann darf ein Mensch mit Hemiplegie stehen, und über welche Seite ist der tiefe Transfer sicherer?

An der Bettkante lässt du ihn nie allein, und am betroffenen Arm ziehst du nie. Stehen nur, wenn ein Bein sein Gewicht trägt. Sicherer ist der tiefe Transfer, wenn er über die weniger betroffene Seite geht.

Im Fall übenHerr Aydın, 77 — allein ans Waschbecken