Zeichen der Sterbephase

Vakada çalışLydia Schmidt, 86 — Die letzten Tage
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Zeichen der Sterbephase

Herr K.s Füße sind kalt und fleckig. „Ich muss meinen Koffer packen“, murmelt er. Seine Frau sieht dich erschrocken an.

Viele Bezugspersonen haben noch nie jemanden im Sterben begleitet. Erklär ihnen deshalb, was im Sterben geschehen wird. So kannst du ihnen Ängste nehmen. Die sterbende Person und die Angehörigen sollen angemessen informiert werden: über den nahenden Tod und über die Veränderungen, die in der Sterbephase zu erwarten sind.

In der finalen Sterbephase sind diese Veränderungen zu beobachten:

  • Kreislauf: Er wird schwächer und zentralisiert sich auf die lebenswichtigen Organe. Kalt werden die Extremitäten. Die Haut wird blass, zum Teil auch marmoriert. Die Nase erscheint spitz. Der Blutdruck fällt ab. Die Ausscheidung nimmt deutlich ab, der Puls wird schwächer, schneller und arrhythmischer. Ist die Sauerstoffsättigung vermindert, entwickeln sich Zyanosezeichen an den Extremitäten: Haut, Finger- und Zehennägel verfärben sich bläulich.
  • Bewusstsein: Die meisten Sterbenden liegen in einem dämmrigen Schlaf. Müdigkeit und Schwäche nehmen häufig stark zu. Manche schlafen bis zu 20 Stunden am Tag. Auch eine starke Unruhe mit Angst kann auftreten. Manche greifen nach etwas, decken sich ab oder versuchen, das Bett zu verlassen. Vor dem Tod wird der Großteil der Sterbenden bewusstlos, besonders in der letzten Stunde. Bis zuletzt orientiert sind wenige.
  • Atmung: Oft ist der Schluckreflex nicht mehr oder nur eingeschränkt vorhanden. Speichel sammelt sich im Rachen und bewegt sich mit jedem Atemzug hin und her. So entsteht ein gurgelndes, rasselndes Geräusch. Die Mundatmung beginnt spätestens jetzt. Der Atemrhythmus verändert sich. Er kann schnell und tief oder unregelmäßig und langsam werden. Auch eine Cheyne-Stokes-Atmung kann sich entwickeln. Die Schnappatmung mit einzelnen schnappenden Atemzügen zeigt am Ende des Sterbeprozesses einen schweren Sauerstoffmangel.
  • Kommunikation: Sehr lange bleibt das Hörvermögen erhalten. Reagiert der Mensch nicht mehr mit Worten, kommuniziert er vielleicht über eine veränderte Mimik oder Atemfrequenz. Das kann z. B. auf Unruhe, Übelkeit oder Schmerzen hindeuten. Häufig fixiert der Mensch mit dem Blick nichts mehr. Es wirkt, als blicke der Mensch durch dich hindurch.

Viele Sterbende sprechen in ihren letzten Stunden und Tagen in einer Bildsprache. Häufige Bilder sind eine Reise („Ich muss zum Zug“, „Wo ist mein Koffer?“), nach Hause gehen und das Wiedersehen mit verstorbenen Angehörigen. Ein Zeichen von Verwirrtheit ist das nicht. Viele drücken so aus, dass sie um ihr Sterben wissen. Leicht von einem Delir zu unterscheiden ist das nicht immer. Entscheidend ist, solche Phänomene nicht unreflektiert als krankhaft einzuordnen und zu therapieren. Bedeuten sie für den Menschen aber Stress und Leid, z. B. belastende Unruhe oder Angst, müssen pflegerische und/oder medizinische Maßnahmen folgen.

Wann, ob und in welcher Reihenfolge diese Zeichen auftreten, ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Ob die Sterbephase begonnen hat, schätzen Ärzte und Pflegefachpersonen ein. Dabei sollte ein multiprofessionelles Team einbezogen werden. Bei Menschen mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung können, wenn akut reversible Ursachen ausgeschlossen sind, u. a. diese Kriterien helfen: eine Urinausscheidung unter 100 ml in 24 Stunden, ein nicht mehr tastbarer Puls an der Arteria radialis, zunehmende Schwäche und die Intuition der Beteiligten.

Respektvoller Umgang

Auch wenn ein sterbender Mensch wirkt, als nehme er nichts mehr wahr, gehst du wertschätzend und respektvoll mit ihm um. Von außen lässt sich nicht beurteilen, wie tief er bewusstlos ist. Manchmal verändern sich Verhalten oder Atmung, wenn Zugehörige kommen oder gehen oder jemand beruhigend auf ihn einredet. Es empfiehlt sich deshalb, mit ihm umzugehen, als sei er wach und ansprechbar.

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Kalte, marmorierte Extremitäten, ein schwacher, schneller Puls, weniger Urin, dämmriger Schlaf und eine veränderte Atmung können das nahe Sterben zeigen. Das Hörvermögen bleibt lange erhalten. Deshalb sprichst du mit dem Menschen, als sei er wach.

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Was bedeutet es, wenn ein Sterbender sagt: „Ich muss meinen Koffer packen“?

Bildsprache, kein Zeichen von Verwirrtheit; So drücken viele Sterbende aus, dass sie um ihr Sterben wissen.

Welche Veränderungen zeigen sich in der finalen Sterbephase am Kreislauf?

Kalte, marmorierte Extremitäten, ein schwacher, schneller Puls, weniger Urin, dämmriger Schlaf und eine veränderte Atmung können das nahe Sterben zeigen. Das Hörvermögen bleibt lange erhalten. Deshalb sprichst du mit dem Menschen, als sei er wach.

Vakada çalışLydia Schmidt, 86 — Die letzten Tage