Künstliche Ernährung: enteral und parenteral
تدرّب على الحالةHerr Aydın — wenn es über den Mund nicht reicht: Sonde, Beobachtung, BilanzKünstliche Ernährung
Wenn Essen und Trinken nicht ausreichen, kommt stufenweise künstliche Ernährung dazu:
- Trinknahrung, also orale Nahrungssupplemente (ONS)
- enterale Ernährung: Sondennahrung über eine Magen- oder Dünndarmsonde
- parenterale Ernährung: Infusion von Nährstofflösungen über einen intravenösen Zugang, also am Magen-Darm-Trakt vorbei
Manche Menschen können nicht essen, zum Beispiel bei Schluckstörung, Speiseröhrenkrebs oder Bewusstlosigkeit. Andere dürfen nicht essen, zum Beispiel vor oder nach einer Operation. Wieder andere wollen nicht essen, zum Beispiel bei Nahrungsverweigerung.
Die Ernährungstherapie hat drei Ziele: Defizite in der Nahrung ausgleichen, Mangelernährung verhindern und einen ausreichenden Ernährungsstatus sicherstellen.
Wenn der Magen-Darm-Trakt funktionsfähig ist, sollte in jedem Fall enteral ernährt werden. Die Ernährung sollte so früh wie möglich wieder auf physiologischem Weg erfolgen. Enterale und parenterale Ernährung werden häufig auch kombiniert.
Sondenarten:
- naso- oder orogastrale Sonde: wird über Nase oder Mund eingeführt und dient der kurzzeitigen Ernährung über 2–4 Wochen. Weil sie feinlumig ist, verstopft sie leichter. Bei Früh- und Neugeborenen wird sie häufig durch den Mund gelegt, damit die Nasenatmung frei bleibt.
- naso- oder orojejunale Sonde: Ihr Ende liegt im Jejunum. Sie wird bei erhöhter Aspirationsgefahr gelegt, zum Beispiel wenn der Mageneingang nicht vollständig verschließt oder der Magen sich schlecht entleert.
- PEG (perkutane endoskopische Gastrostomie): wird durch die Bauchdecke gelegt, ihr Ende liegt im Magen. Sie dient der langfristigen Ernährung über mehr als 4 Wochen. Wenn sie bis ins Jejunum verlängert wird, heißt sie Jet-PEG. Das ist zum Beispiel bei Bewusstseinsstörungen sinnvoll, weil dann die Aspirationsgefahr erhöht ist. In die PEG-Anlage muss der Mensch nach Aufklärung einwilligen.
- PEJ und FKJ: Das sind die perkutane endoskopische Jejunostomie und die Feinnadelkatheter-Jejunostomie. Ihr Ende liegt im Jejunum, auch sie dienen der langfristigen Ernährung. Die FKJ wird während einer ohnehin geplanten großen Operation gelegt.
- Gastrotube und Stomabutton: Wenn das Stoma nach etwa vier Wochen ausgeheilt ist, kann darauf umgestellt werden. Statt einer inneren Halteplatte haben sie einen Ballon. Sie sind einfacher zu pflegen, und der Mensch oder die Pflegenden können sie ohne Arzt wechseln.
Eine Sonde für die Kurzzeitanwendung darf nicht dazu dienen, über lange Zeit Sondennahrung zu geben. Aus ihr löst das Fett der Sondenkost den Weichmacher heraus. Innerhalb von etwa 24 Stunden kann sie hart werden und schmerzhafte Druckstellen verursachen, von der Nase bis zum Magen. Sonden für die Langzeitanwendung sind aus Polyurethan oder Silikonkautschuk, ohne Weichmacher. Sie bleiben deshalb flexibel und haben einen röntgendichten Streifen für die Lagekontrolle. Eine nasogastrale Sonde kann auch als Ablaufsonde (Entlastungssonde) dienen. Dann leitet sie Magensaft ab, zum Beispiel nach Magenoperationen. Als Ablaufsonde dient sie außerdem dazu:
- Magensaft für die Diagnostik zu gewinnen
- Magensaft oder Blut zur Entlastung abzuleiten
- vor einer Notfallnarkose den Mageninhalt zu entfernen
- eine Anastomose zu entlasten, zum Beispiel nach einer Magenresektion
Eine Sonde zu legen, ist grundsätzlich ärztliche Aufgabe. Häufig wird es an Pflegende delegiert, ebenso das Verabreichen der Sondenkost, die Pflege und das Entfernen der Sonde. In der Ausbildung erhebst du die Ernährungssituation von Menschen mit künstlichen Zu- und Abgangssystemen anhand von Assessmentverfahren. Pflegeinterventionen wählst du gemeinsam mit deiner Praxisanleitung aus, führst sie durch und dokumentierst sie. Dabei beziehst du den Menschen und gegebenenfalls seine Bezugspersonen ein.
Bei parenteraler Ernährung bekommt der Mensch Kohlenhydrat-, Aminosäure-, Fett- und Elektrolytlösungen in den Blutkreislauf. Oft sind sie in einem Drei-Kammer-Beutel, dem All-in-one-System (AIO), und werden kurz vor der Gabe gemischt. Medikamente sollten einer AIO-Lösung nicht zugesetzt werden. Die enterale Ernährung hat deutlich weniger Komplikationen als die parenterale.
Wenn der Magen-Darm-Trakt funktioniert, sollte enteral ernährt werden. Eine naso- oder orogastrale Sonde dient der kurzzeitigen Ernährung über 2–4 Wochen. Eine PEG dient der langfristigen Ernährung über mehr als 4 Wochen.
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Welche Sonden gibt es für die enterale Ernährung?
naso- oder orogastrale Sonde: kurzzeitig, 2–4 Wochen; naso- oder orojejunale Sonde: kurzzeitig, bei erhöhter Aspirationsgefahr; PEG: langfristig, über 4 Wochen, Ende im Magen; Jet-PEG, PEJ, FKJ: langfristig, Ende im Jejunum; eine Sonde für die Kurzzeitanwendung nie langfristig nutzen: Sie wird hart und verursacht Druckstellen
Wann sollte enteral ernährt werden, und welche Sonde dient der langfristigen Ernährung?
Wenn der Magen-Darm-Trakt funktioniert, sollte enteral ernährt werden. Eine naso- oder orogastrale Sonde dient der kurzzeitigen Ernährung über 2–4 Wochen. Eine PEG dient der langfristigen Ernährung über mehr als 4 Wochen.