Sondenernährung: Lage prüfen und Sondengabe

تدرّب على الحالةHerr Aydın — wenn es über den Mund nicht reicht: Sonde, Beobachtung, Bilanz
معرفة تمريضية

Sondennahrung verabreichen

Herr M. bekommt seit gestern Sondennahrung über eine PEG. Während der Gabe hustet er und sagt, ihm sei übel.

Applikation: Sondennahrung wird intermittierend oder kontinuierlich gegeben. Intermittierend, auch Bolusapplikation genannt, heißt: mehrmals am Tag portionsweise, mit ernährungsfreien Pausen dazwischen. Das sollte nur bei gastraler Sondenlage geschehen. Die Ernährung läuft so relativ physiologisch ab, und zwischen den Gaben kann sich der Mensch frei bewegen. Völlegefühl, Übelkeit, Erbrechen und Diarrhö sind bei der Bolusgabe aber häufiger als bei kontinuierlicher Gabe. Kontinuierlich heißt: mit einer bestimmten Fließgeschwindigkeit, zum Beispiel 100 ml pro Stunde. Man nennt das auch Dauertropfapplikation. Bei allen jejunal liegenden Sonden ist sie angezeigt (indiziert), weil die Speicherfunktion des Magens fehlt. Auch bei gastraler Lage kann sie sinnvoll sein. Kleinere Portionen werden vertragen, je tiefer die Sondenspitze liegt. Die Nahrung läuft entweder über die Schwerkraft (Schwerkraftapplikation) oder über eine Ernährungspumpe. Bei der Schwerkraftapplikation regulierst du die Geschwindigkeit über die Rollklemme. Mit einer Ernährungspumpe lässt sich die Menge sehr genau regulieren. Welche Sondenkost der Mensch bekommt und wie viel, richtet sich nach seinem Nährstoff- und Energiebedarf. Standard ist hochmolekulare Sondenkost. Sie braucht eine weitgehend intakte Verdauung. Niedermolekulare Sondenkost enthält die Nährstoffe schon in resorptionsfähiger Form, zum Beispiel für Menschen mit schweren Resorptionsstörungen. Stoffwechseladaptierte Sondenkost gibt es zum Beispiel bei Diabetes oder Niereninsuffizienz. Selbst hergestellte Sondenkost ist in der Regel nicht zu empfehlen. Für die Menge wird der Energiebedarf durch die Energiedichte der Sondenkost geteilt. Beispiel: Eine Frau mit 60 kg braucht nach der Faustregel 30 kcal je kg, also 1.800 kcal am Tag. Sie bekommt 1.800 ml normokalorische Sondenkost mit 1 kcal/ml.

Bei der Sondenernährung gilt:

  • Vor jeder Nahrungsgabe wird geprüft, ob die Sonde richtig liegt, bei gastralen Sonden zum Beispiel über den pH-Wert des Magensafts mit Indikatorpapier. Bei einer PEG ist das nicht notwendig. Die Markierung auf der Sonde beachtest du immer mit. Weitere Wege sind die Magenauskultation und im Zweifel eine Röntgenkontrolle. Bei jejunal liegenden Sonden geht die Prüfung so nicht. Dann achtest du auf Zeichen, dass die Sonde verrutscht ist, zum Beispiel Regurgitation oder Erbrechen von Sondenkost. Den Arzt informierst du schon bei einem Verdacht. Eventuell wird auch das gastrale Residualvolumen (GRV) kontrolliert, also wie viel nach der Nahrungsgabe noch im Magen ist. Nach Bauchoperationen wird es alle 4–6 Stunden gemessen. Wenn es über 200 ml liegt, sollte die Nahrungsmenge reduziert werden.
  • Die Sondennahrung nimmst du rechtzeitig aus dem Kühlschrank, damit sie Raumtemperatur hat. Muttermilch oder Flaschennahrung wird erwärmt. Du informierst den Menschen über die Maßnahme und dokumentierst sie danach.
  • Der Mensch liegt in einer Oberkörperhochlage von 30°. Während der Gabe wird er beobachtet und aufgefordert, sich bei Unwohlsein zu melden.
  • Vor und nach jeder Nahrungsgabe wird die Sonde mit frischem Trinkwasser gespült, bei Erwachsenen mit 20–40 ml, damit sie nicht verstopft (Okklusion). Bei Säuglingen und Kindern sind es etwa 2–5 ml, bei Früh- und Neugeborenen etwa 0,5 ml. Auch ohne Nahrungsgabe wird die Sonde täglich gespült. Ungeeignet sind Obstsäfte, Früchtetee und schwarzer oder grüner Tee: Ihre Gerbstoffe und Fruchtsäuren können im Kontakt mit der Sondennahrung Eiweiß ausfällen und die Sonde verstopfen. Außerdem können sie das Sondenmaterial stark verfärben. Auch Kräutertee eignet sich wegen seiner ätherischen Öle nicht.
  • Danach bleibt der Oberkörper noch etwa 30 Minuten erhöht, damit kein Reflux entsteht.
  • Die Kost wird langsam aufgebaut, über mindestens 3–5 Tage, um Komplikationen wie Diarrhö zu vermeiden. Wenn gastrointestinale Beschwerden auftreten, sollte wieder die Dosierung vom Vortag gegeben werden. Das ist die Menge, die er noch ohne Beschwerden vertragen hat. Gesteigert werden Gesamtmenge und Menge pro Stunde stufenweise nach einem Kostaufbauschema. Erst wenn die vorige Menge mindestens 24 Stunden gut vertragen wurde, wird gesteigert. Flüssigkeit kann schneller gegeben werden als Sondenkost. Wenn beim Kostaufbau ein Kaloriendefizit entsteht, kann parallel parenteral ernährt werden, um es auszugleichen.
  • Hygiene, damit es zu keiner Kontamination kommt: Händewaschen und Händedesinfektion gehören dazu, ebenso der Blick auf das Haltbarkeitsdatum. Die Anschlussstellen werden nicht berührt. Angebrochene Behältnisse bleiben höchstens 24 Stunden im Kühlschrank. Sondennahrung hängt bei Raumtemperatur nicht länger als 8 Stunden. Überleitsysteme werden nach 24 Stunden gewechselt.
  • Medikamente werden getrennt von der Sondenkost gegeben, weil manche Medikamente die Sondenkost ausflocken lassen und die Sonde verstopfen können.

Auch bei Sondenernährung bleibt es Aufgabe der Pflege, das Essen und Trinken über den Mund zu unterstützen, wenn es keinen Schaden verursacht. Das Wasser in der Sondennahrung zählt in der Flüssigkeitsbilanz mit. Wie viel Wasser sie enthält, steht auf dem Etikett. Beispiel: Ein Mensch mit 75 kg braucht etwa 2.625 ml Flüssigkeit am Tag. Er bekommt 2.000 ml Sondennahrung, je 1.000 ml enthalten 830 ml Wasser. Das sind 1.660 ml. Er braucht also noch 965 ml zusätzlich, zum Beispiel ungesüßten Tee oder Mineralwasser.

Aspiration bei Sondenernährung

Eine Aspiration droht vor allem bei falscher Sondenlage oder durch einen Reflux. Wenn eine Sonde in die Luftröhre gerutscht ist, hustet der Mensch stark und wird zyanotisch. Über eine Aspiration ist in jedem Fall der Arzt zu informieren.

قاعدة عملية

Vor jeder Sondengabe wird die Lage geprüft, außer bei einer PEG. Der Oberkörper ist erhöht und bleibt danach noch etwa 30 Minuten oben. Gespült wird mit Trinkwasser, nicht mit Tee oder Saft. Husten und Zyanose bei liegender Sonde können bedeuten, dass sie in der Luftröhre liegt.

اختبر نفسك

Worauf achtest du bei der Gabe von Sondennahrung?

vorher Sondenlage prüfen (bei PEG nicht nötig); Oberkörper erhöht, Mensch während der Gabe beobachten; vor und nach jeder Gabe mit frischem Trinkwasser spülen (Erwachsene 20–40 ml), nicht mit Tee oder Saft; danach etwa 30 Minuten Oberkörper hoch (Refluxgefahr); Hygiene: angebrochen max. 24 h im Kühlschrank, max. 8 h hängen lassen, Überleitsystem nach 24 h wechseln; Medikamente getrennt von der Sondenkost; beobachten: Diarrhö, Krämpfe, trockene Schleimhäute, Druckstellen, PEG-Wunde

Womit wird eine Ernährungssonde gespült, und warum nicht mit Tee oder Saft?

Vor jeder Sondengabe wird die Lage geprüft, außer bei einer PEG. Der Oberkörper ist erhöht und bleibt danach noch etwa 30 Minuten oben. Gespült wird mit Trinkwasser, nicht mit Tee oder Saft. Husten und Zyanose bei liegender Sonde können bedeuten, dass sie in der Luftröhre liegt.

تدرّب على الحالةHerr Aydın — wenn es über den Mund nicht reicht: Sonde, Beobachtung, Bilanz