Fatigue und Asthenie am Lebensende
Im Fall übenLydia Schmidt, 86 — Die letzten TageSchwäche und Fatigue
Steht das Lebensende durch eine Erkrankung bevor, ist Schwäche ein häufiges Begleitsymptom. Ein allgemeines Schwächegefühl heißt Asthenie. Sie muss am Lebensende als normal angesehen werden, ist für den Menschen aber trotzdem belastend. Ein ausgeprägtes Schwächegefühl, wie es viele Tumorerkrankte haben, heißt Fatigue. Gemeint ist eine krankhafte Erschöpfung. Sie besteht unabhängig davon, ob sich die Aktivität vorher verändert hat. Viele haben zusätzlich Konzentrationsstörungen bis zur Vergesslichkeit, Antriebslosigkeit und eine extreme Müdigkeit. Bei fast allen kommt es in der letzten Lebensphase zu starker Müdigkeit, die bis zum Dauerschlaf gehen kann, oder zu starker Verwirrtheit. Die nötige Schlafdauer kann im Verlauf bis auf 20 Stunden steigen.
Häufig lässt sich die Schwäche nicht erfolgreich behandeln. Einzelne Ursachen können reversibel oder beeinflussbar sein, z. B. eine Anämie. Werden sie erkannt, sollten sie entsprechend behandelt werden. Bei einem Großteil lässt sich das Schwächegefühl aber nicht mindern. Dann muss der Mensch einen Weg finden, damit umzugehen. Wichtig ist, dass du die Schwäche wahrnimmst und gesprächsbereit bist. Manche Menschen bezeichnen auch Paresen, Ödeme oder Taubheitsgefühle als Schwäche. Sprich deshalb mit ihnen über ihre Schwächen und deren Ursachen.
So hilfst du:
- Achte darauf, dass der Mensch ausreichend lange Ruhephasen hat. Die wenige wache Zeit sollte bestmöglich genutzt werden, z. B. für Besuche der Angehörigen.
- Die geringen Kraftreserven teilst du im Tagesverlauf gezielt ein und berücksichtigst die geringe Belastbarkeit bei jeder Maßnahme.
- Eine angepasste Bewegung scheint sich bei vielen positiv auszuwirken. Zwischen passiver und aktivierender Pflege wägst du sorgfältig mit dem Menschen ab. Entscheidend ist die individuell empfundene Lebensqualität.
- Ist die Müdigkeit so stark, dass kaum Kontakt möglich ist, kann die Basale Stimulation helfen. Gezielte Reize sprechen die verbliebenen Wahrnehmungsfähigkeiten an, z. B. optische oder akustische Reize. Auch Angehörige können darin angeleitet werden, etwa mit Massagebällen oder einem vertrauten Duft von zu Hause. Die Sinnesebene wählst du danach, was der Sterbende mag, gewohnt ist und was ihn interessiert.
- Eine besondere Form der Zuwendung sind Waschungen, Wickel und Auflagen, Massagen und Einreibungen mit stark verdünnten Duftölen. Konzentrierte ätherische Öle reizen die Haut. Abneigungen gegen bestimmte Düfte solltest du immer respektieren.
Zu viele Reize wirken sich eher negativ aus. Der Mensch kann die Eindrücke kaum einordnen, und seine Unruhe verstärkt sich. Beobachte Gestik, Mimik, Muskeltonus und Atemfrequenz und beurteile so die Wirkung deiner Maßnahme.
Schwäche und Fatigue sind am Lebensende häufig und oft nicht behandelbar. Du sicherst lange Ruhephasen, nutzt die wache Zeit für das, was dem Menschen wichtig ist, und vermeidest eine Überreizung.
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Was ist Fatigue?
eine krankhafte Erschöpfung, die unabhängig davon besteht, ob sich die Aktivität vorher verändert hat
Wie gestaltest du den Tag eines Sterbenden mit starker Fatigue?
Schwäche und Fatigue sind am Lebensende häufig und oft nicht behandelbar. Du sicherst lange Ruhephasen, nutzt die wache Zeit für das, was dem Menschen wichtig ist, und vermeidest eine Überreizung.